Von Nicole Wildberger
Hamburg - Damit konnte vor zehn Jahren wahrlich niemand rechnen. Denn Prof Dr. Tobias Kollmann übernahm am 1. Oktober 2001 als damals jüngster Professor in Deutschland den Lehrstuhl für E-Business an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Und seit diesem Zeitpunkt erlebte der Internetexperte alles Höhen und Tiefen der Branche auf der Überholspur. Das Platzen der Dot-Com-Blase im Januar 2001, als der Neue Markt NEMAX 50 vom März bis zum September 2001 von 9665,81 auf 662 Punkte abstürzt, der darauf folgende scheinbare Tot der New Economy bis hin zum neuen Boom der Social-Media-Unternehmen wie Facebook, das aktuell auf einen Wert von 70 Milliarden Dollar geschätzt wird.
Rückblickend sieht sich Prof. Dr. Kollmann 10 Jahre bestätigt: "Auch wenn es zwischenzeitlich nicht einfach war, mein Vertrauen in die digitale Welt und das Internet als Querschnittstechnologie wurde voll bestätigt. Das weltweite Datennetz hat die gesamte Arbeitswelt revolutioniert - und wir stehen eigentlich erst am Anfang der Entwicklung."
Und das ist für den Vollblutprofi in Sachen digitale Welten genau der richtige Zeitpunkt, um neue Projekte zu starten. Zum zehnjährigen Jubiläum des Lehrstuhls hat der Professor erst einmal eine Biografie veröffentlicht, die unter dem Titel "Akademische Outpacer im digitalen Wissensmeer" sowohl die Geschichte der Net Economy als auch die Entwicklung des Lehrstuhls darstellt.
Doch es bleibt nicht beim Buch allein. Mit der Gründung des ETL-netSTART-Instituts für E-Entrepreneurship hat Kollmann gemeinsam mit der großen Steuerberatungsgesellschaft ETL-Group ein neues Institut zur Forschung und Entwicklung der digitalen Welten ins Leben gerufen.
Abgedeckt wird die ganze Themenbandbreite der Internetaktivitäten: Internet, Social Media, Mobilfunk und Interaktives Fernsehen. Das Institut soll junge Unternehmen der Net Economy fördern, begleiten und gemeinsamt mit der ETL-Gruppe und der netSTART-Venture GmbH, eine Venture-Capital-Gesellschaft von Kollmann, auch finanzieren. Dank eines eingezahlten Investitionskapitals des Partners ETL ist ein fester Förderbetrag vorhanden, so dass keine weiteren Sponsoren im ersten Schritt gebraucht werden.
Kollmann verspricht sich von der engen Verknüpfung zwischen Forschung und Entwicklung zum einen großen Wissenszuwachs. Zum anderen wünscht er sich, mit dem in Köln ansässigen Unternehmen auch klassische Firmen auf ihrem Weg in die digitale Zukunft zu unterstützen.
So soll das Institut eine gelungene Kombination aus den fünf Bausteinen Forschung, Lehre, Beratung, Entwicklung und Finanzierung werden. Franz Josef Wernze, Gründer und Vorstand der ETL Gruppe, will die Gründer in der digitalen Welt jedenfalls tatkräftig unterstützen: "Wir können unseren Partnern und Kunden mit dem ETL-netSTART-Institut ein neues Angebot im Bereich neue Medien machen - und mit Tobias Kollmann haben wir einen kompetenten Partner gewinnen können." So könnte auch der Sponsor durch die Ansprache neuer Kunden vom Institut profitieren - ein win-win-Situation für alle, sozusagen.
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