11.03.2010
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Virenjagd

The Big Kaspersky

Von Anja Tiedge

3. Teil: In Zukunft nur noch Smartphones

Ein Paradebeispiel für Kasperskys Marketingstrategie: Die Firma sponsert Sportteams, Spiele und Konzerte. "Wir sind eine seriöse Firma, aber wir lieben Spaß." Schließlich erinnerten sich Menschen gern an das, was Freude macht. "Wir brauchen keine Werbung, die viel kostet, sondern eine, die effektiv ist."

Die Zukunft seines Unternehmens sieht Kaspersky vor allem auf dem Handy. "Smartphones werden eines Tages Computer ersetzen. Wenn wir jetzt in die Entwicklung von Antivirenprogrammen für Handys investieren, werden wir ganz vorne dabei sein." Noch ist das Geschäft mit Software für Smartphones verschwindend gering. Weniger als ein Prozent des Umsatzes macht Kaspersky mit dem mobilen Virenschutz. "Als wir vor fünf Jahren in den Markt einstiegen, lachten uns alle aus." Allmählich werden sich Nutzer der Gefahren für ihr Handy aber bewusst, zumal die Geräte immer mehr Daten in sich tragen. "An Antivirenprogramme hat anfangs auch niemand geglaubt."

Kaspersky sieht in den Investitionen für Smartphone-Programme auch eine Chance, sich von der Konkurrenz abzusetzen. "Viele Wettbewerber investieren nicht in mobile Antivirensoftware, weil das viel kostet und sich nicht sofort rentiert." In Unternehmen mit Investorenbeteiligung sei aber schnelle Rendite gefragt, deshalb fielen viele mobile Projekte der Konkurrenz flach. "Ich muss niemandem Rechenschaft ablegen, außer mir selbst", freut sich Kaspersky.

Den Russen kommt zugute, dass mittlerweile auch den Regierungen an Computersicherheit gelegen ist. Der Schutz technischer Infrastrukturen steht derzeit nicht nur in Berlin auf der Agenda. Kaspersky kooperiert unter anderem mit der niederländischen und der brasilianischen Regierung. "Mit unserer Hilfe haben sie schon mehrere Cyberkriminelle festgenommen."

Auch der Kreml setzt auf Kasperskys Antivirenprogramme. Im Sommer vergangenen Jahres überreichte der russische Präsident Medwedjew dem Manager den Staatspreis, die höchste Auszeichnung des Landes. Über das Verhältnis zum russischen Staatsoberhaupt mag Kaspersky trotzdem nicht reden. "Spielt doch keine Rolle, ob ich ihn kenne. Er kennt mich. Das ist viel wichtiger."

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