Aber wie ermittelt man ebenjenen Browser der Wahl? "Alle vier im Fenster angebotenen Alternativen sind vernünftige Alternativen", sagt Holger Maaß vom IT-Marktforschungs-Unternehmen Fittkau & Maaß. Der Firefox etwa habe den entscheidenden Vorzug, von einer großen Entwicklergemeinde ständig auf den aktuellsten Stand gebracht zu werden. Daher werden etwa Sicherheitslücken in der Regel sehr schnell geschlossen, so dass der Firefox trotz seiner inzwischen sehr großen Verbreitung kein dankbares Ziel für Hackerangriffe ist.
Opera, Safari und Chrome stehen schon deswegen nicht so sehr im Fokus von Cyberkriminellen, weil sie bisher nur recht wenige Nutzer haben. "Und letztlich kann man auch Microsoft nicht vorwerfen, mit Sicherheitslücken lax umzugehen - im Gegenteil", sagt Bosenick. So schnell wie beim Firefox klappt es den Experten zufolge mit dem Ausbügeln bekannt gewordener Lecks aber nicht. Hinzu kommt laut Maaß: Vor allem ungeübte Nutzer spielen sich nicht jedes Sicherheitsupdate auf oder sind gar noch mit veralteten IE-Versionen im Netz unterwegs.
Firefox punktet auch mit seinen vielen Add-ons. Solche kleinen Zusatzprogramme, die dem Nutzer neue Funktionen an die Hand geben, bietet Google
für seinen Browser Chrome ebenfalls an - jetzt auch auf Deutsch. Für die aktuelle Version 4.1 gibt es etwa ein Add-on, das Seiten anzeigt, die der gerade besuchten ähnlich sind.
"Chrome wird inzwischen unglaublich schnell weiterentwickelt", so Jo Bager. Ein Pferdefuß für Anwender, denen Datenschutz wichtig ist: Der Browser ist an persönliche Nummern gebunden, so dass sich jeder Nutzer und sein Surfverhalten von den Betreibern nachverfolgen lässt. Google hat für die künftige Version allerdings angekündigt, dies abzuschalten.
Schnell ist das Stichwort, das häufig im Zusammenhang mit Opera genannt wird, den das gleichnamige Unternehmen aus Norwegen anbietet: Vor allem in der neuen Version 10.50 stellt er Webseiten besonders fix dar. Davon profitieren laut Bager auch Nutzer mit weniger flinken Verbindungen. Für sie besitzt Opera einen Modus, in dem die Inhalte über einen Proxy-Server laufen und komprimiert werden. An Safari, hinter dem Apple steht, der aber auch auf PCs läuft, lobt Bager unter anderem die "grafisch schön gelöste, intuitive History-Funktion". Sie ermöglicht den Blick auf die zuletzt besuchten Webseiten.
Laut Bosenick spricht für Safari generell seine Funktionsvielfalt. "Man kann zum Beispiel durch Mausbewegungen zurückblättern." Nutzer, die daran nicht gewöhnt sind, könnte das aber auch verunsichern. Im Umkehrschluss ist die Tatsache, dass sich sehr viele Nutzer schlicht und einfach an den IE gewöhnt haben, ein entscheidender Pluspunkt für den Microsoft-Browser. Und deshalb gilt eben: Wer diesen mag und auch künftig nutzt, kann nichts verlieren. Wer aber umsteigt und sich ein bisschen einfuchst, der kann unter Umständen viel gewinnen.
Florian Oertel, dpa
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