Hamburg - Ab heute haben Microsoft-Nutzer die freie Browserwahl. Wenn Microsoft
ein Fenster auf Windows-Rechner schickt, in dem sich der Nutzer per Klick frei zwischen den gängigen Browsern entscheiden kann, dürften sich vor allem viele Ungeübte fragen: Was wollen die von mir? Und welchen soll ich nun nehmen? Experten sagen: Wer mit Microsofts Internet Explorer zufrieden ist, kann ihn ruhig weiter nutzen - aber in vielen Fällen lohnt der Blick über den Tellerrand.
Der Browser ist sozusagen das Brett fürs Web-Surfen: die Software, die das Darstellen von Seiten überhaupt erst möglich macht. Trotzdem ist er für eine Menge Menschen noch immer ein unbekanntes Wesen: "Viele nutzen ihn einfach, wissen aber gar nicht was das ist", sagt Tim Bosenick, Geschäftsführer von Sirvaluse. Das Unternehmen erforscht, wie gut oder schlecht sich technische Produkte nutzen lassen - und hat nach mehreren Tests im Zusammenhang mit Browsern das von Bosenick skizzierte Fazit gezogen.
Grund dafür ist sicher nicht zuletzt die Tatsache, dass Microsoft Windows-PC-Nutzern bisher den Internet Explorer (IE) quasi verordnet hat: Auf dem Rechner vorinstalliert, stand der Browser automatisch in der Taskleiste am untereren Bildschirmrand - als hellblaues "e". Wer einen anderen Browser verwenden wollte, musste über die Alternativen Bescheid wissen. Und genau dazu, die Nutzer auf diese Alternativen hinzuweisen, hat die Europäische Union (EU) Microsoft nun mehr oder weniger verdonnert - deshalb das Auswahlfenster.
Dieses bekommen die Nutzer angezeigt, wenn sie ihr Betriebssystem, also Windows, aktualisieren - was sie sicherheitshalber regelmäßig tun sollten. "Das Fenster poppt automatisch auf", sagt Microsoft-Sprecherin Irene Nadler. Darin zu sehen sind nebeneinander die fünf wichtigsten Browser, neben dem IE in der aktuellen Version 8 also auch Firefox, Opera, Chrome und Safari. Weil Microsoft den IE nicht hervorgehoben hat, lobt etwa Jo Bager von der Zeitschrift "C't" das Auswahlfenster als faire Lösung.
Wer darin nach rechts scrollt, findet weitere, kleinere Browser. Unter den Symbolen gibt es jeweils Buttons zum Anklicken für weitere Infos - und zum Installieren. Wer nicht gleich auswählen will, klickt auf "Später erinnern". Hat ein Nutzer aber eine der Möglichkeiten ausgewählt und ist dann doch nicht zufrieden damit, kann er sich das Fenster laut Nadler nicht noch einmal auf den Bildschirm holen. Er muss sich den Browser seiner Wahl dann über dessen Webseite besorgen.
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