Hannover/Hamburg - Morgens steht der Kaffee auf dem Küchentisch, und dazu läuft das Radio. Doch der UKW-Empfang bekommt zunehmend Konkurrenz. Ungezählte Stationen senden heute im Internet. Auch die klassischen Radiosender bieten ihr Programm längst im Netz an. Spannend sind aber vor allem neue Formate, die nur für und durch das Web entstanden sind. Im Vergleich zum altgedienten Radiosound in der Küche bieten sie eine Vielfalt an Programmen.
Der große Vorteil von Webradio liegt darin, dass sich der Hörer Sender, Programme und Musikrichtungen ins Haus holen kann, die für ihn ansonsten kaum erreichbar sind, erklärt Sven Hansen von der Zeitschrift "C't": "Durch das Internet kann im Prinzip jede Nische und jeder Geschmack bedient werden." Wer sich ein wenig auskennt und weiß, was er sucht, könne sich auf verschiedenste Hörangebote aus aller Welt freuen.
Neben den klassischen Radiostationen finden Hörer Spartensender mit eigenem Webformat, Audioarchive, Bezahlmusikdienste und Musikcommunitys, bei denen der Netzwerkcharakter des Internets im Vordergrund steht, sagt Hansen.
Byte.fm mit moderiertem Vollprogramm
Eigenes Webradio mit Vollprogramm gibt es zum Beispiel bei Byte.fm aus Hamburg, das auf moderierte Sendungen mit DJ-Sets und auf Mitschnitte von Live-Konzerten setzt. Abseits von Mainstream und Formatradio soll hier eine anspruchsvolle Hörer-Klientel bedient werden.
Der Sender Rautemusik.fm des gleichnamigen Anbieters aus Aachen wartet mit ultramodernem Design und gleich neun verschiedenen Live-Streams auf, die neben Mainstreamsound aus zurückliegenden Jahrzehnten auch Sparten wie Funk oder Hardrock bedienen.
Noch speziellere Angebote findet der Musikenthusiast bei Soulsender.de oder Sonett77.de - bei letzterem Sender läuft vorrangig Elekronisches. Umfangreiche DJ-Sets liefert zum Beispiel Play.fm aus Österreich.
Aber nicht nur Musik aller Schattierungen hat inzwischen einen festen Sendeplatz im Netz: Der Fußballkanal 90elf.de überträgt die Partien der ersten und zweiten Bundesliga in voller Länge und zusätzlich in einer Konferenzschaltung. Nach Angaben des Anbieters Regiocast Digital in Leipzig haben in der Hinrunde dieser Saison insgesamt 10,3 Millionen Menschen in das Programm reingehört.
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