Von Anja Tiedge
"Das ist durchaus so gewollt", verteidigt Jürgen Hacker, Vorsitzender des Bundesverbandes Emissionshandel und Klimaschutz. "Der Handel mit Emissionsrechten muss transparent sein, wie beim Aktienhandel auch." Dass manchen seiner Kollegen bei der Offenheit, mit der die Daten im Netz präsentiert werden, schon mal mulmig wird, kann er verstehen. So könnten etwa Rückschlüsse auf die Auslastung von Anlagen gezogen werden, die für Wettbewerber interessant sind. "Trotzdem führt kein Weg an Transparenz vorbei", so Hacker. Auch ein Vorfall wie der von vergangener Woche dürfe daran nichts ändern.
Zumal es bereits einige Maßnahmen gibt, die DEHSt-Nutzer zum Schutz ihrer Daten ergreifen können. So kann man etwa einen E-Mail-Alert einrichten, eine Art Alarmsystem, das jedesmal dann anspringt, wenn sich jemand ins Konto einloggt oder es versucht. "Seit zwei Jahren ist es auch möglich, einen weiteren Kontobevollmächtigten zu ernennen, der bei jeder Transaktion seine Zustimmung geben muss", so die DEHSt-Sprecherin. Und Daten wie E-Mail-Adresse und Telefonnummer müssen im öffentlichen Register nicht mehr preisgegeben werden.
Eine weitere Möglichkeit, die im Zuge der Sicherheitsdiskussion nun genannt wird, ist die Einführung von Pin- und TAN-Nummern wie beim Onlinebanking. Die Methode sei sicherer als die Konten lediglich mit Nutzername und Passwort abzusichern. "Aber auch da gilt: Daten können entwendet werden, wenn man nicht sorgfältig mit ihnen umgeht. Sensibles darf man schlichtweg nicht rausgeben", so Hacker.
Der Verbandsvorsitzende hofft, dass sich in der Branche während der vergangenen Tage ein Bewusstsein für das Sicherheitsproblem entwickelt hat. "Es wäre nämlich auch falsch zu behaupten, das System sei bislang unsicher gewesen." Zudem bestehe die Gefahr, in eine Art Sicherheitswahn zu verfallen und das Einloggen ins DEHSt-Register für Händler und Unternehmen zu aufwendig zu gestalten.
Zwischen Sicherheit und Schnelligkeit liege letztlich nur ein schmaler Grat: "Das ist so ähnlich wie am Flughafen: Da dauert es auch immer länger, alle Schleusen zu passieren. Aber die absolute Sicherheit gibt es nie."
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