Im Musik- und Video-Shop iTunes Store verwendet Apple bereits eine eigene Kopierschutztechnik, die ohne großen Aufwand auf den iBook Store übertragen werden könnte. Wer also jetzt schon eine Sammlung von E-Books besitzt und diese gern auf dem iPad lesen will, befindet sich in einer schwierigen Situation. Das ist so, als wenn man bei der Anschaffung einer neuen Stereoanlage alle Musik-CDs neu kaufen müsste.
"Es wird da einige potenziell schmerzliche Lektionen geben", sagt der für digitale Publikationen zuständige Adobe-Manager Nick Bogaty. Der dritte Weg von Apple beim Kopierschutz digitaler Bücher könnte die Verbraucher dazu bringen, erst einmal zurückhaltend beim Kauf von E-Books zu sein - solange wie sich die Hersteller nicht auf einen gemeinsamen Standard verständigt haben.
"Ich sehe nicht, dass Apple das Bedürfnis verspürt, als 'Kollaborateur' aufzutreten", sagt der Branchenexperte James McQuivey von Forrester Research. "Das ist nicht ihr Stil." Zwar wird es wohl Software für das iPad geben, mit der sich die E-Books fürs Kindle oder mit Adobe-Schutz lesen lassen. Der Anwender muss dann nur darauf achten, welches E-Book mit welchem Programm zu öffnen ist. Umgekehrt aber wird es wohl erst einmal nicht funktionieren, ein im iBook Store von Apple gekauftes E-Book auf einem anderen Reader anzuzeigen. Allenfalls auf einem Computer mit der iTunes-Software sollten sich die Apple-E-Books öffnen lassen.
Forrester-Experte McQuivey erwartet, dass die Spaltung in verschiedene E-Book-Lager noch auf einige Jahre hinaus bestehen bleibt. Letztlich könnten dann zwei Lager übrig bleiben, von denen eines das Kindle-System von Amazon sein wird. McQuivey denkt aber nicht, dass der Kopierschutz wie beim digitalen Musikvertrieb mit MP3 ganz aufgegeben wird. Denn im Unterschied zur Musik-CD sind gedruckte Bücher - auch wenn diese keinen Kopierschutz haben - mit den verfügbaren häuslichen Mitteln nicht so einfach ins digitale Format zu bringen.
Peter Svensson, apn
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