Von Konrad Lischka
Jennifer Brook hat bei der iPad-Präsentation einen schönen Satz gesagt, der im Getümmel um Steve Jobs' neuen Streichel-Computer ein bisschen untergegangen ist. Die "New York Times"-Managerin präsentierte die iPad-Anwendung ihrer Zeitung mit den Worten: "Ich denke, wir haben die Essenz des Zeitunglesens erfasst."
Das wird Brook wohl nicht ganz so gemeint haben. Aber bezeichnend ist die Aussage schon: Die Macher des wohl angesehensten US-Verlagshauses für journalistische Produkte arbeiten nicht daran, etwas Neues zu erfinden. Sie wollen vor allem ihre alten Produkte auf neue Vertriebswege übertragen.
Das könnte etwas zu kurz gedacht sein. Warum, war bei der iPad-Show ebenfalls zu sehen.
Da zeigte die US-Baseballliga MLB ihre iPad-Anwendung, die den beliebten Sport zu einem neuartigen Erlebnis machen soll. Man kann zwischen mehreren Video- und Audioübertragungen von Spielen wechseln. Man kann währenddessen Statistiken zu einzelnen Spielern aufrufen. Man kann die Spielhistorie des Hitters und Pitchers vergleichen, die gerade gegeneinander antreten. Und in einer Fülle von interessant aufbereiteten Daten wühlen, die für das aktuelle Spiel relevant sind. An der kurzen MLB-Präsentation sind zwei Dinge bemerkenswert, mit denen klassische Medienunternehmen sich wohl auseinander setzen müssen, wenn mobile Endgeräte Mainstream werden - egal, ob das iPad nun floppt oder nicht:
Ob sich nun Tablets wie das iPad durchsetzen oder Mobiltelefone mit weiterentwickelten Displays, ist letztlich egal - klar ist, dass in ein paar Jahren viele Menschen solche Geräte nutzen werden. Und um ihre Aufmerksamkeit und ihr Geld ringen dann nicht nur die Angebote der Zeitungs- und Magazinbranche. Sondern auch jene von Fernsehsendern, Onlineangeboten und völlig neuen Anbietern wie MLB.
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