22.01.2010
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Internet der Zukunft

Im Netz der Giganten

Von Konrad Lischka

4. Teil: Werben im mobilen Web - Alternative zu Anzeigen

Wer im Zug oder Flugzeug reist, hat Zeit für ein bisschen Lektüre. Wer nichts zum Lesen dabeihat, blättert dann im Kundenmagazin der Bahn oder in den Gratiszeitschriften an Bord - darum zahlen Unternehmen heute gern für Anzeigen in solchen Blättern: weil der Leser weniger abgelenkt ist als anderswo. Was aber, wenn der Leser ein kleines Gerät dabei hat, mit dem man lesen, gucken, hören und vor allem einkaufen kann?

In wenigen Jahren dürfte es bei einem großen Teil der Kundschaft von Medienunternehmen soweit sein - und das wird den Werbemarkt verändern. Handys können schon jetzt recht genau feststellen, wo sie gerade sind. Bald könnten Unternehmen sich Anzeigen wünschen, die alle Menschen erreichen, die am Mittwochmorgen in der ersten Klasse im ICE nach Frankfurt sitzen.

Werbung nur nach dem inhaltlichen Umfeld zu buchen, also zum Beispiel Finanzanzeigen in der Wirtschaftszeitung, wird im Vergleich dazu unattraktiv sein. Und wer wird an den neuen Anzeigen verdienen? Google und Apple haben sich vor kurzem Vermarkter von derartiger Mobilwerbung einverleibt.

Google entwickelt selbst Mobiltelefone. Google verschenkt das Handy-Betriebssystem Android an Hardwarehersteller. Google setzt augenscheinlich auf eine Dominanz auf dem Mobilwerbemarkt - ganz so, wie der Konzern sie heute bei der Vermarktung klassischer Suchmaschinenanfragen am Computer hat.

Riesige Einkaufszentren im Internet, Communitys als riesige Datenbanken, maßgeschneiderte Werbung für Mobilgeräte - die Entwicklung des WWW in den kommenden Jahren ist schon jetzt absehbar. Viele Seiten werden überleben, aber nur wenige wirklich gewinnen.

Der Markt wird sich konzentrieren, und nur die wirklich Großen sind dabei die entscheidenden Spieler. Wenn alles läuft wie bisher, sieht das Internet, das neue mobile Netz in wenigen Jahren so aus:

  • Apple und Amazon verkaufen die Inhalte anderer.
  • Google garniert Kostenloses mit Werbung.
  • Facebook verteilt Aufmerksamkeit gegen Bezahlung.

Weil es bekanntlich immer anders kommt, wird man in fünf Jahren ein paar Firmennamen vielleicht durch andere ersetzen müssen.

Mit ziemlicher Sicherheit aber wird man nicht mal ein Dutzend Firmen an den entscheidenden Stellen zählen.

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