Von Konrad Lischka
Informationen sammeln, konzentrieren und als gebündeltes Wissen wieder an die Nutzer weitergeben - das ist auch der Mechanismus, der die Konzentration der sozialen Netzwerke vorantreibt. Sie zentralisieren Daten in einer exklusiven Datenbank, die ständig von den Nutzern kostenlos erweitert wird. Die Software von Communitys wie Facebook macht daraus Internetinhalte, die für Anwender wie Werber gleichermaßen attraktiv sind.
Diese Wirkung wird durch Handys der neuesten Generation noch verstärkt. Soziale Netzwerke und moderne Kommunikationsgeräte, die man immer dabeihat, die immer online sind - das passt zusammen. Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck zitiert Zahlen, denen zufolge gut die Hälfte der mobilen Internetnutzung schon jetzt auf die Communitys entfällt. Es liegt in der Natur der Sache, dass sie mit jedem neuen Mitglied, jeder Meinungsäußerung, jedem Foto, jeder Verknüpfung attraktiver für Menschen werden, die noch nicht dabei sind.
Wenn die Hälfte der Freunde sich bei Facebook austauscht, dann wird man sich dort vielleicht auch anmelden - und den Dienst mit Informationen füttern, die dessen Attraktivität weiter steigern. Diese Marktkonzentration treibt sich wie von selbst voran.
Internetstatistik ersetzt Marktforschung
Welche Folgen es für die Wirtschaft hat, wenn viele Informationen bei wenigen Anbietern wie Facebook liegen, kann man schon heute erahnen. Im klassischen WWW konnte jeder eine Webseite erstellen, auf ein paar Links und etwas Aufmerksamkeit hoffen. Bei Facebook und den anderen Gemeinschaften wächst die Chance auf Aufmerksamkeit mit jedem neuen Mitglied - und noch mehr:
Handy-Programme ermöglichen es inzwischen, in Communitys ständig seinen aktuellen Aufenthaltsort mitzuteilen. Außerdem gern auch Reiseziele, Freizeitpläne oder sonst etwas, was nicht zuletzt die Werbewirtschaft interessiert. Bisher verlangt Facebook nur Geld für Werbung. Aber warum sollten Unternehmen nicht irgendwann auch für ihre Präsenz in dem Netzwerk zahlen?
Facebook ist ein eher geschlossenes System - Twitter ein eher offenes, die Kurzbotschaften auf der Plattform sind schließlich für jeden Internetnutzer lesbar. Auch diese Plattform bietet neue PR-Möglichkeiten für Unternehmen. Doch auch hier gilt: Wer immer am Ende die Nase vorn hat, ein komplett offenes System wird es keineswegs sein.
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