Hamburg - In Zukunft wird der Computer häufiger ausgeschaltet bleiben. Fahrplanauskunft, Facebook, Musikdownloads - all das wird bald überwiegend per Handy erledigt. Möglich machen das Apps - das steht für das englische Application und meint Anwendungen für Smartphones.
Den Anfang hat Apple mit seinem inzwischen weltweit populären App Store für iPhone und iPod touch gemacht. Mittlerweile stellen auch andere Anbieter die Software bereit: Nokia und der Blackberry-Hersteller RIM etwa oder das Android-Konsortium. So stehen Zigtausende Apps bereit - die Palette reicht vom virtuellen Pupskissen bis zum ausgefeilten Videospiel.
Spitzenreiter ist weiterhin Apple
: Kürzlich verkündete das Unternehmen, es seien bereits drei Milliarden Anwendungen aus seinem App Store heruntergeladen worden. Die Zahl der Apps darin liegt bei mehr als 100.000. Zu den beliebtesten gehören PocketGuitar, das aus dem Handy eine Art virtuelle Gitarre macht, oder Shazam, das den Titel zu jenem Song liefert, den der Nutzer gerade irgendwo hört.
Neben zahlreichen Anwendungen, die kein Mensch wirklich braucht, hält der App Store viel Sinnvolles bereit, wie Markus Weidner, Handy-Experte beim Telekommunikationsportal teltarif.de in Berlin, selbst herausgefunden hat. "Für meinen Palm Pre habe ich noch kein Multimessagingprogramm gefunden." Es lässt sich also nicht nur das iPhone mit Apps in eine Art digitalen Alleskönner verwandeln.
Die Wettbewerber schlafen nicht
Auch für Handys mit dem Betriebssystem Android sind Apps zu haben. Rund 18.000 umfasst der Android Market derzeit. Gefragt sind etwa der RepliGo Reader zum Betrachten von PDF-Dateien oder auch Photovault, das Bilddateien verschlüsselt. Der Blackberry-Hersteller RIM stellt ebenfalls eine Plattform für mobile Anwendungen zur Verfügung. "Aktuell sind mehr als 4500 Apps in der BlackBerry App World", sagt Sprecher Martin Thyssen .
Alle Lösungen sehen den Download direkt aufs Handy vor. In Sachen Anmeldung und Abrechnung unterscheiden sich die Plattformen aber: Auf die Blackberry App World können nur Besitzer eines Paypal-Kontos zugreifen. Wer den App Store von Apple nutzen will, braucht einen iTunes-Account.
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