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manager magazin



07.01.2010
 

TV der Zukunft

Die 3D-Hoffnung bleibt

Von Christian Stöcker

Die Glotze ist noch längst nicht tot, für sie haben die Konzerne große Pläne. Doch braucht die Welt wirklich 3D-Fernseher - ohne 3D-Kanäle? Sony will deshalb eigens einen gründen. Skype und Partner wollen TV-Geräte zu Telefonen machen. Das aber dürfte hierzulande am langsamen Internet scheitern.

Hamburg - Der Fernseher ist nicht totzukriegen. Weder als zentraler Zeitfresser in den Heimen der westlichen Welt, noch als Unterhaltungszentrale: Hierzulande etwa stieg laut Media Control der durchschnittliche TV-Konsum im Jahr 2009 um fünf auf 212 Minuten täglich. Geht es nach Elektronikkonzernen wie Sony Chart zeigen, Panasonic Chart zeigen und Samsung Chart zeigen soll das auch so bleiben: Der Fernseher soll noch attraktiver werden, indem man ihn auch mit der Fähigkeit ausstattet, Filme oder andere Inhalte in drei räumlichen Dimensionen wiederzugeben. Parallel will der Internettelefonie-Anbieter Skype in Zusammenarbeit mit LG aus Südkorea und wiederum Panasonic dafür sorgen, dass der Fernseher künftig zum HD-Videotelefon im Wohnzimmer avanciert.

Eine Zeitlang sah es so aus, als könne der Computermonitor dem TV-Gerät den Rang als Bildschirm Nummer eins im Leben der Menschen ablaufen - nun holen die TV-Hersteller zum Gegenschlag aus: Die Fernseher der Zukunft sollen das Internet einfach schlucken. Ansätze dazu gibt es schon eine ganze Reihe: Von den Netz-fähigen Fernsehern von Philips Chart zeigen, Samsung Chart zeigen, Sony Chart zeigen und anderen Herstellern über die Internet-Avancen der Spielkonsolenhersteller bis hin zu Mediacenter-Computern, die den Fernseher als vollwertige Rechner gleich komplett mit dem Netz verbinden. Doch trotz allem hat Sofa-Surfen sich bislang nicht zum Breitensport entwickelt.

Videotelefonie könnte da tatsächlich zur Killeranwendung werden: Wenn Oma und Opa von der Wohnzimmercouch aus mit dem Enkelchen in einer anderen Stadt sprechen könnten, von Angesicht zu Angesicht und das in hoher Auflösung, würde das wohl die Hemmschwelle senken, solche Angebote tatsächlich zu nutzen. Schließlich will man ja genau - also scharf - sehen, wie der Enkel aufwächst. Für viele Menschen wird das Internet womöglich erst dann wirklich in ihrem Alltag ankommen, wenn es das Wohnzimmer erreicht.

Für ein hochaufgelöstes Skype-Gespräch reicht Standard-DSL nicht

Skype, LG und Panasonic Chart zeigen wollen bis Jahresmitte TV-Geräte vorstellen, die hochauflösende Bilder liefern und, in Verbindung mit einer HD-fähigen Kamera plus Mikrofon, ebenso feingezeichnete Videotelefoniebilder auf den Schirm weit entfernter Gesprächspartner zaubern sollen. Das werde es "den Menschen erlauben, aus der Gemütlichkeit ihrer Wohnzimmer heraus zu telefonieren", so ein Skype-Sprecher. Panasonic und LG versprachen flankierend Spezial-Webcams, die HD-Telefonate möglich machen sollen, mit Mikrofonen, die auch die Distanz zwischen Schirm und Sofa überbrücken sollen. Für die CES in Las Vegas sind weitere "Skype-zertifizierte" Webcams anderer Hersteller angekündigt.

Der Knackpunkt der an sich hübschen Idee hochaufgelöster Videotelefonate dürfte aber anderswo liegen: Die asymmetrischen DSL-Leitungen, die in der überwältigenden Mehrheit aller ans Netz angeschlossenen Haushalte liegen, können die entsprechenden Datendurchsatzraten gar nicht liefern. Auch, wenn die hauseigene Leitung nominell sechs Megabit pro Sekunde (Mbps) transportieren kann - sie tut das nur in einer Richtung, nämlich ins Haus hinein. Der sogenannte Upstream in die entgegengesetzte Richtung ist in der Regel auf unter 800 Kilobit pro Sekunde beschränkt. Da dürfte es für ein hochaufgelöstes Live-Gespräch ganz schön eng werden.

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