Madrid - Der vom italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi kontrollierte spanische TV-Sender Telecinco und der Konkurrent Cuatro wollen fusionieren. Der Anteil des aus der Fusion hervorgehenden Senders an den Einschaltquoten wird nach spanischen Presseberichten bei 25,2 Prozent liegen. Die gesetzlich zugelassene Höchstgrenze beträgt 27 Prozent.
Der Zusammenschluss ist die erste Fusion von zwei großen privaten Fernsehanstalten in Spanien. Berlusconis Mediengruppe Mediaset
Die Fusion von Telecinco und Cuatro wurde in Branchenkreisen als ein "merkwürdiger" Zusammenschluss bezeichnet, weil beide Seiten entgegengesetzte politische Richtungen vertreten. Berlusconis Mediengruppe gehört dem konservativen Lager an, dagegen ist Prisa linksliberal ausgerichtet.
Mit der Fusion kamen die beiden Sendern ihren Konkurrenten zuvor. Es gilt als praktisch sicher, dass die anderen beiden großen spanischen Privatsender Antena 3 und La Sexta sich demnächst ebenfalls zusammenschließen werden. Beide Unternehmen hatten bereits Fusionsverhandlungen geführt und sich in wichtigen Punkten grundsätzlich geeinigt. Antena 3 und La Sexta verfügen zusammen über Einschaltquoten von 22,6 Prozent.
Die Fusionen bedeuten eine komplette Neuordnung auf dem spanischen TV-Markt. Die Sender reagieren damit auf die Wirtschaftskrise und den rapiden Rückgang ihrer Einnahmen. Die Werbeeinnahmen des spanischen Fernsehens waren im ersten Halbjahr 2009 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast 30 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro gesunken.
manager magazin mit Material von dpa
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