Mittwoch, 8. Februar 2012, 05:07 Uhr

manager magazin



27.11.2009
 

Steuerung durch Gesten

Gestikulieren vor Geräten

Tom Cruise macht es im Film "Minority Report" vor, Privatanwender können es zu Hause jetzt nachmachen: Die berührungslose Steuerung von technischen Geräten per Hand- oder Fingerzeig kommt bei immer mehr Produkten in Mode.

Wessling/Bielefeld/Sankt Augustin - Ein Winken vor dem Bilderrahmen, und das Strandfoto wird von einer Alpenkulisse abgelöst. Ein Zeigefinger, der sich dem Bilderrahmen nähert, und schon öffnet sich die Menüauswahl. Diesen gestengesteuerten digitalen Bilderrahmen will das deutsche Familienunternehmen Jobo noch vor Weihnachten auf den Markt bringen. Auf der Internationalen Funkausstellung im September wurde das Produkt bereits vorgestellt. Steuerung durch Gesten - das ist eine Technologie, die künftig bei elektronischen Geräten häufiger zum Zuge kommen könnte.

Nicht anfassen: Touchscreen war gestern, Tom Cruise steuert berührungslos im Film "Minority Report"
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20th Century Fox

Nicht anfassen: Touchscreen war gestern, Tom Cruise steuert berührungslos im Film "Minority Report"

Die bayerische Ident Technology mit Sitz in Wessling hat die Steuerung für den digitalen Bilderrahmen entwickelt. Zum Vorbild nahm sie sich intuitive Gesten wie das Umblättern der Seiten eines Bildbandes als Zeichen für ein neues Motiv. Jung und Alt sollen die Körpersprache kennen, da bewusst auch ältere Verbraucher als Kunden gelockt werden sollen. Der intelligente Rahmen erkennt langsame ebenso wie kantige oder hastige Bewegungen.

Für Marketingleiter Werner Witte von Ident Technology sind die Gebärden dem guten alten Bedienknopf klar überlegen: "Man muss das Bild nicht abnehmen. Man verschmutzt es nicht mit unansehnlichen Fingerabdrücken und bei der gesamten Aktion kann es auch nicht herunterfallen." Die gestenbasierte Steuerung braucht zudem sehr wenig Energie. Jede Mignonbatterie, die ungenutzt aufbewahrt werde, verliere rascher elektrische Energie, als das Display verbrauche, veranschaulicht Witte.

Vor dem Bilderrahmen wird ein schwaches elektrisches Feld mit einer Reichweite von rund zehn Zentimetern aufgebaut, das sich immer dann verändert, wenn der menschliche Körper in das Feld eintritt und sich darin bewegt. Störfelder, wie sie zum Beispiel durch die Strahlung von Mobiltelefonen entstünden, beeinträchtigten die Technik nicht, versichert Ident Technology.

Der bayerische IT-Spezialist glaubt an eine breite Anwendung der gestischen Zwiesprache zwischen Mensch und Maschine. In den Schubladen liegen schon Pläne für weitere Geräte, die auf Handzeichen parieren. Eine Computermaus ohne Scrollrad beispielsweise: Der Nutzer hebt lediglich einen Finger über der Maus, wenn er in einem PDF-Dokument weiterblättern möchte. Auch futuristische Szenarien, wie man sie aus Science-Fiction-Filmen kennt, wären laut Witte technisch kein Problem: "Mit einfachen Gesten können auch aufwendige Maschinen gesteuert werden, so wie Tom Cruise das im Film 'Minority Report' macht."

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