Von Astrid Maier
mm.de: Ein Weg, um dieses Ziel zu erreichen, wäre, die Nutzer länger auf der Seite zu halten, um höhere Anzeigenpreise zu erzielen.
Riley: Unsere neue Webseite hat die größte Überholung in der Firmengeschichte hinter sich. Sie ist offen, effizient und leicht zu bedienen. Das ist ein guter Grund, mehrmals täglich zu Yahoo zu kommen. Wir haben unser E-Mail-Angebot um viele neue Funktionen erweitert, denn mit E-Mail-Schreiben verbringen die Menschen die längste Zeit online. Wir haben Yahoo Mail zudem für Fremdentwickler geöffnet, die noch mehr Applikationen erfinden werden, sodass die Nutzer noch länger auf der Seite bleiben werden. Und das werden wir auch für alle anderen Angebote wie Unterhaltung, Sport oder Finanzen so handhaben.
mm.de: Wird Yahoo selbst noch viel Geld in die Entwicklung neuer Angebote stecken, oder sollen das in Zukunft die Fremdentwickler übernehmen?
Riley: Bisher haben wir alles allein gemacht. Jetzt haben wir uns geöffnet, um schneller mehr Angebote stemmen zu können. Eines Tages werden die Fremdentwickler die meiste Arbeit übernehmen. Noch aber haben wir eine Mischung aus eigenen und fremden Erfindungen.
mm.de: Yahoo wird das Suchmaschinengeschäft Microsoft
überlassen, dafür von dessen Anzeigen profitieren. Durch diese Partnerschaft wird viel Geld übrig bleiben, das nicht mehr in die Entwicklung neuer Suchtechniken fließt. Wofür werden sie es stattdessen ausgeben?
Riley: Es werden sicherlich noch einige Jahre vergehen, bis diese Partnerschaft voll zur Geltung kommen kann. Derzeit warten wir noch auf die Zustimmung der Aufsichtsbehörden. Aber die Kosteneinsparungen, von denen Sie sprechen, werden in der Tat beträchtlich sein. Das Geld wird in die Weiterentwicklung unserer Webpage, E-Mail und Nachrichten fließen, also in unsere Kernkompetenzen.
mm.de: Hat die EU-Kommission bezüglich des Microsoft-Paktes schon ein Ergebnis signalisiert?
Riley: Wir sind mit allen europäischen Aufsichtsbehörden in regelmäßigem Kontakt. Im Moment sind wir optimistisch, dass wir Anfang 2010 eine Zustimmung für die geplante Partnerschaft mit Microsoft erhalten werden.
mm.de: Wann wird das Onlineanzeigengeschäft wieder anziehen?
Riley: Die zweite Hälfte des Jahres 2008 sowie die erste Jahreshälfte 2009 waren sehr herausfordernd. Aus unserer Sicht herrscht nicht mehr so viel Furcht da draußen am Markt, die Lage hat sich stabilisiert. Aber wir sind nach wie vor sehr vorsichtig, wenn es um das letzte Quartal 2009 und das Jahr 2010 geht.
mm.de: Sie arbeiten seit elf Jahren bei Yahoo. Was ist die größte Veränderung, seit ihre neue Chefin Carol Bartz im Januar 2009 die Führung übernommen hat?
Riley: Carol weiß genau, was sie will. Sie ist stark, und sie ist hart. Meetings fangen jetzt pünktlich an bei uns, Entscheidungen werden sehr schnell getroffen. Das bedeutet nicht, dass es nicht durchdacht wäre. Aber Carol ist sehr souverän, wenn es darum geht, wichtige Entscheidungen schnell zu treffen.
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