Von Nicolas Zeitler
München - Wenn es bei einem Projekt wieder einmal zum Konflikt zwischen IT und Fachabteilungen kommt, ist auf die Schnelle oft niemand greifbar, der zwischen den Streithähnen vermitteln kann. In Firmen jedenfalls gibt es nur selten Mitarbeiter, die als Mediatoren geschult sind, wie Berater mit Erfahrung im Projektgeschäft sagen.
Künftig könnte es bei solchen Streitfällen leichter werden, einen geeigneten Vermittler zu finden. Der deutsche Ableger des 1991 in England gegründeten IT Service Management Forums (itSMF) will ab nächstem Frühjahr über seine Tochterfirma itSMS Kurse anbieten, die auf eine Tätigkeit als Schlichter speziell bei IT-Projekten vorbereiten. Die Ausbildung zum sogenannten "Mediator itSMF" soll 80 bis 100 Stunden umfassen und berufsbegleitend möglich sein.
"Zurzeit arbeiten wir das genaue Ausbildungskonzept aus", sagt Stephan Wawrzinek. Der Geschäftsführer der IT-Beratungsfirma Tema, der selbst als Mediator arbeitet, setzt sich in einem eigenen Arbeitskreis des itSMF seit gut eineinhalb Jahren für das Thema "Mediation und Veränderungsmanagement" ein.
Wer sich bei itSMS in der Konfliktschlichtung schulen lassen möchte, soll nach Wawrzineks Vorstellung zuvor ein Assessment Center durchlaufen. "Darin wollen wir herausfinden, ob jemand überhaupt für die Ausbildung geeignet ist", erklärt er.
Mediation läuft streng nach Schema ab
Soziale Kompetenz sollten die Bewerber beispielsweise mitbringen. Vermittelt werden ihnen dann das richtige Vorgehen bei einer Mediation und spezielle Kenntnisse für das spätere Einsatzfeld rund um Wirtschaft und IT.
In die jeweils nächste Phase geht das Verfahren nur über, wenn alle am Tisch zustimmen. Was dabei inhaltlich herauskommt, ist offen. Der Mediator soll allparteilich auftreten - also versuchen, die Interessen aller Beteiligten zu berücksichtigen.
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