"Killerapplikationen" sind das vielleicht noch nicht, aber von zum Film passenden Spielen und Onlineshops über Musik-Streams bis hin zur Landkarte, die anzeigt, wo auf der Welt der gleiche Film gerade noch geschaut wird, gibt es viele Ideen. Die Authoring-Studios, die die Funktionen entwickeln, seien bereits weiter als die Filmstudios und Produktionsfirmen, sagt Marlies Peine. Das Unternehmen Enteractive in Hamburg hat zum Beispiel eine Applikation für Video-on-Demand per BD Live entwickelt und sucht für den Start der Plattform Ende 2009 noch nach Partnern, die Filme liefern.
Darüber, ob es sich angesichts des noch dünnen Angebots an Filmen mit BD-Live-Mehrwert lohnt, einen Player mit dem BD-Profil 2.0 anzuschaffen, muss sich der Käufer nicht mehr den Kopf zerbrechen. 2.0-Abspielgeräte sind bereits für unter 200 Euro zu haben - und die Preise sinken weiter. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis das Profil 2.0 auch bei den absoluten Einstiegsmodellen Standard sein wird.
Wie groß der Anteil der BD-Live-fähigen Geräte an der Gesamtzahl der verkauften Blu-ray-Player ist, wird nicht erhoben. Die Gesamtverkaufszahlen seien aber stark angestiegen, seit die Blu-ray-Disc Anfang 2008 den Formatstreit mit der HD-DVD für sich entscheiden konnte, sagt Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Gingen 2007 erst 25.000 Blu-ray-Player über die Ladentheke, waren es 138.000 Geräte im Jahr 2008. Die Prognose für 2009 liegt bei 450.000 Playern.
Im Handel sind nach Zahlen des Bundesverbandes Audiovisuelle Medien (BVV) derzeit gut 1300 Filme auf Blu-ray erhältlich. Im Vergleich zu den gut 40.000 käuflichen DVD-Titeln ist das noch nicht viel. Der Bestand wächst aber unaufhaltsam. Alle größeren Kinoproduktionen und Hollywood-Blockbuster erschienen inzwischen auch auf Blu-ray, sagt BVV-Sprecher Oliver Trettin.
Auch abseits von BD Live zeichnet sich die Entwicklung der Blu-ray-Player hin zu kleinen Multimediazentralen fürs Wohnzimmer ab. Immer mehr Hersteller spendieren ihren Geräten Extras wie eine YouTube-Schnittstelle, eine Streamingfunktion für Audio- und Videoinhalte aus dem Netzwerk oder einen USB-Anschluss für externe Festplatten.
Dirk Averesch, dpa
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