Von Anja Tiedge
mm.de: Machen Sie Gewinn?
Kingdon: Ja. Wir veröffentlichen keine Zahlen darüber, wie viel. Aber so viel kann ich sagen: Unser Gewinn wächst, wir haben keine Schulden, und wir wollen expandieren.
mm.de: Das ist ungewöhnlich für ein Unternehmen, das nicht zuletzt auch ein soziales Netzwerk ist. Andere Firmen aus der Branche, wie Facebook und Twitter, suchen händeringend nach Geschäftsmodellen.
Kingdon: Das ist außergewöhnlich, ja. Momentan kommt uns zugute, dass unser Geschäftsmodell nicht auf Werbung basiert. Wenn der Werbemarkt so wie jetzt gerade einbricht, trifft uns das nicht. Während sich andere US-Unternehmen schwertun, im europäischen Markt Fuß zu fassen, mussten wir uns darum nie Sorgen machen. Die deutsche Community war von Anfang an eine der drei größten weltweit.
mm.de: Welche Rolle spielen Netzwerke wie Facebook für Sie? Arbeiten Sie mit ihnen zusammen?
Kingdon: Nein, wir kooperieren nicht. Durch unsere Nutzer sind wir aber eng miteinander verzahnt: Viele Second-Life-Nutzer sind auch beispielsweise bei Facebook angemeldet oder twittern. Dabei unterscheiden wir uns erheblich, etwa bei den Nutzungszeiten: Unsere Nutzer verbringen im Durchschnitt 40 Stunden pro Monat in Second Life, bei Facebook halten sie sich durchschnittlich fünf Stunden auf.
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