Freitag, 10. Februar 2012, 04:05 Uhr

manager magazin



Chief Information Officersmanager magazin RSS  - Karriere - Chief Information Officers

Alle Artikel und Hintergründe

05.10.2009
 

Zweiter Anlauf für IT-Projekte

Getestet, gescheitert, gelernt

Von Andrea König

3. Teil: "Hauptsache, Sie tun was im Lehrbuch steht."

5. Projektmethoden verabreden

"Die meisten Projekte scheitern, weil die Leute denken, sie können all die Dinge die im Lehrbuch stehen, überspringen", sagt Projektleiter Blaha. Wer bei einem so großen Projekt aber etwa beim Change-Manager oder beim Risk-Manager spart, wird auf die Nase fallen. Deshalb habe man sich bei Tango bewusst dafür entschieden, es so zu machen, wie es im Lehrbuch steht.

Auch der CIO muss bei IT-Projekten umdenken: "Wir sind ein Logistikunternehmen. Da fällt es schwer, wenn zum Beispiel einer kommt und sagt, wir brauchen jetzt ein Risk Board."
Zur Großansicht
Corbis

Auch der CIO muss bei IT-Projekten umdenken: "Wir sind ein Logistikunternehmen. Da fällt es schwer, wenn zum Beispiel einer kommt und sagt, wir brauchen jetzt ein Risk Board."

Dabei ist es kein bestimmtes Buch zum Projektmanagement gemeint. "Nehmen Sie irgendein Lehrbuch. Hauptsache, Sie nehmen es und tun das, was da drinsteht", rät Tango-Projektleiter Blaha. CIO Schumann tat sich mit diesen Methoden anfangs schwer. "Wir sind ein Logistikunternehmen. Da fällt es schwer, wenn zum Beispiel einer kommt und sagt, wir brauchen jetzt ein Risk Board. Jeder Mitarbeiter konnte Risiken einstellen, und da waren schnell Hunderte drin, die dann behoben werden mussten. Solche Prozesse kannten wir nicht."

6. Lieferantenauswahl

"Sie müssen einen Lieferanten finden, der für ein so großes Projekt geeignet ist", weiß Schumann. Bei Salsa wurde der falsche Lieferant ausgewählt, aus diesem Fehler hat der DB-Schenker-CIO gelernt: "Nachdem wir beim ersten Mal in die billige Kiste gegriffen hatten, haben wir für Tango doch eher den BMW gewählt." Der BMW ist die Capgemini-Tochter SD&M, ein Lieferant mit ausreichend Referenzen, Erfahrung und Größe. Größe soll heißen: Für ein globales Projekt muss mit einem globalen Lieferanten gearbeitet werden.

Ein weiterer Erfolgsfaktor beim Umgang mit den Lieferanten ist die Integration ins Projektteam. Bei Tango nehmen Vertreter der großen Lieferanten an den alle sechs Wochen stattfindenden Leitungssitzungen teil. Auch in den Projektbüros selbst findet keine Aufteilung statt. Ein Rundgang durch die Essener Tango-Büros verrät, dass hier in jedem Büro DB-Schenker-Mitarbeiter gemeinsam mit Lieferanten sitzen.

7. Technische Architektur verabreden

Bei einem so großen Projekt wie Tango darf die technische Architektur nicht nur für den Moment geeignet sein. Deshalb bewertet Schumann die Auswahl eines geeigneten Architekten als essenziell: "Bei so einem großen Projekt brauchen Sie einen Architekten im Haus, der ein gutes Gespür dafür hat, wo die IT in fünf Jahren stehen wird." Wenn so ein Architekt nicht im Haus verfügbar ist, dann müsse er zugekauft werden. Zumal die technische Architektur von Tango eine Herausforderung ist. "Man muss die Software aus allen Ländern weltweit nutzen können, hat also Latenzen von bis zu 300 Millisekunden zwischen dem Anwender und dem System", sagt Schumann.

Das System des gescheiterten Vorgängerprojektes Salsa sei im Vergleich zum Tango-System sehr geschwätzig gewesen. So etwas gehe bei hohen Latenzen im Netzwerk nicht. Deshalb wurde die alte technische Architektur komplett verworfen.

8. Vertragsgestaltung

Ist der geeignete Lieferant für ein Großprojekt ausgewählt, geht es daran, den Vertrag zu gestalten. Bei DB Schenker entschied man sich dafür, einen Festpreisvertrag auszuhandeln. Keine einfache Aufgabe, berichtet Peter Schumann: "Es ist schwer, über solche Summen und eine solch lange Laufzeit einen Festpreisvertrag abzuschließen."

Der DB-Schenker-CIO weiß: "In diesem Fall müssen Sie die Spielregeln genau festlegen." Allgemein sollte gelten: Die vereinbarten Methoden müssen zum Projektvorgehen passen. Agile Methoden wie zum Beispiel Scrum passen nicht zwingend zu einem Festpreisumfeld.

Diesen Artikel...

Social Networks

  • Twitter
  • Facebook
  • MySpace
  • deli.cio.us
  • Digg
  • Folkd
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • Mister Wong
  • Newsvine
  • reddit
  • StumbleUpon
  • Windows Live
  • Yahoo! Bookmarks
  • Yigg

© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH












Service
manager-magazin-AbonnementAbo-Service manager magazin mobilmm mobil Twitter-FeedsTwitter-Feeds
Angebote von A bis ZAngebote von A-Z SPIEGEL-Gruppe - Nachdruckrechte und LizenzenNachdrucke WährungsrechnerWährungsrechner
Ihr persönliches DepotDepot Newsletter-Abo: managerupdateNewsletter-Abo Werbung buchenWerbung buchen
E-MailE-Mail RSSRSS-Newsfeed Info: Wir über unsWir über uns
KurseKurse Der Shop von manager magazin und Harvard Business ManagerShop manager-magazin.de als Startseite einrichtenmm.de als Startseite
Partnerangebote
Analysieren Sie online Ihren Standort im Vergleich zu den Besten mit CONTOR-REGIOContor-Regio:
Analysieren Sie
online Ihren Standort
Seminarmarkt: Tanken Sie KarrierewissenSeminarmarkt:
Tanken Sie Karrierewissen
imedo Arztsuche: Ärzte, Therapeuten, Heilpraktiker und Apothekenimedo:
Ärzte, Heilpraktiker, Apotheken
Handytarife: Finden Sie den passenden TarifHandytarife:
Finden Sie den passenden Tarif
Medführer: Finden Sie Ihren Arzt oder Ihre KlinikMedführer:
Finden Sie Ihren Arzt
oder Ihre Klinik
GehaltsCheck: Verdienen Sie genug?GehaltsCheck:
Verdienen Sie genug?
Nach oben