Von Astrid Maier
Und Werner versteht es, finanzstarke Investoren zu begeistern. Bei Airplus TV ist Investor Growth Capital engagiert. So heißt der Venture-Capital-Fonds der Wallenbergs, der mächtigen Industriellen-Familie aus Schweden. Auch ein Tech-Fonds von J. P. Morgan ist hier Geldgeber.
Die anvisierten bis zu 120 Millionen Euro aufzutreiben, um in Deutschland mit dem Handy-TV durchzustarten, dürfte keine schwere Aufgabe für den Manager sein. Die entsprechende deutsche Aktiengesellschaft Digital TV Partner Germany ist schon gegründet.
Steht dem Handy-TV also diesmal nichts im Wege? Die Landesmedienanstalten sind wohlgesinnt. "Dass derzeit wieder Gespräche zwischen allen Teilnehmern laufen, ist ein positives Zeichen", heißt es dort. Aus der vergangenen Misere hat man indes gelernt: Einen Ausschreibungstermin soll es erst geben, wenn "sich alle geeinigt haben" - wenn also auch die Mobilfunker dabei sind.
Branchenzweiter Vodafone
ist aufgeschlossen: "Grundsätzlich ist DVB-H technisch interessant, wir sind weiter offen für Gespräche", sagt der zuständige Manager Volker Gläser. Entscheidend werde aber sein, ob Vodafone bei Inhalten und Bezahlmodellen mitentscheiden können wird. Zurückhaltender gibt sich da Platzhirsch Telekom
. Man habe "konstruktive Gespräche geführt"; das Zeitfenster für DVB-H werde aber "immer kleiner".
Die Telekom setzt derzeit auf die Übertragung über das Mobilfunknetz statt über den Rundfunkstandard DVB-H, den die EU-Kommission als Standard empfohlen hat.
Die Bonner kämpfen jedoch mit großen Schwierigkeiten, ihre iPhone-Kunden mit Bundesliga-TV zu versorgen: Dem großen Ansturm ist das UMTS-Netz nicht gewachsen. Langfristig könnte das Problem mit der Mobilfunktechnik der nächsten Generation, LTE, behoben werden, heißt es in der Branche.
Die flächendeckende Einführung der neuen Technik aber kann noch etliche Jahre dauern. So lange liefert das hiesige Handy-TV Zerrbilder - außer man nimmt die schwedische Einladung an.
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