Von Astrid Maier
Hamburg - Am Anfang erteilte Telekom-Vorstand Hamid Akhavan (48) dem Mann aus Schweden noch eine Abfuhr: Als der Medienmanager Michael Werner (50) aus Stockholm in diesem Sommer die Branche nach Berlin ins feine "Ritz-Carlton" einlud, um für seine Sache - Handy-TV - zu werben, blies Akhavan seine Anwesenheit kurzfristig ab. Mit dem Telekom-Vertreter fehlte der Stargast.
Werner lässt seither nicht locker. Der Skandinavier will Akhavan einen ambitionierten Plan schmackhaft machen: Er will dem Handy-TV in Deutschland endlich zum Durchbruch verhelfen. Und so fanden Werner, der in Skaninavien und Südeuropa bereits erfolgreich im digitalen Pay-TV-Geschäft mitmischt, und Akhavan Mitte September doch zusammen.
Handy-TV? Kaum ein Thema rund um den Mobilfunk schien hierzulande bis dato so zukunftlos. Spätestens zur Fußball-EM 2008 sollte Bezahlfernsehen auf dem Mobiltelefon eigentlich zum Massengeschäft werden. Gehegt hatte den Traum das Konsortium Mobile 3.0, an das die Landesmedienanstalten die Lizenz für den entsprechenden DVB-H-Standard vergeben hatten.
Die Entscheidung, die ebenfalls an der Lizenz interessierten Mobilfunker zu übergehen, erwies sich aber als fatal. Mobile 3.0, finanziert vom südafrikanischen Konzern Naspers, von Holtzbrinck und Burda, scheiterte anschließend am Boykott von Telekom & Co. - und musste schließlich die Lizenz Ende 2008 zurückgeben.
Jetzt wagt Werner einen Neustart: "Wir werden uns schon bald bei den Landesmedienanstalten für eine Lizenz bewerben", sagt er. Geht alles glatt, will er 2010 mit dem Handy-TV loslegen. Seit Monaten führt er Gespräche mit Sendern, Mobilfunkern, Handyherstellern und den Landesmedienanstalten. Von 95 Prozent aller Beteiligten habe er bereits positive Absichtserklärungen eingesammelt.
Das Vorhaben kann noch scheitern, aber Werner ist kein Anfänger. Das von ihm gegründete Unternehmen Airplus TV etwa hat sich im Norden auf dem Pay-TV-Markt etabliert. Er baut darauf, dass auch in Deutschland das Bezahlfernsehen anziehen wird - und so Kunden auch fürs Handyfernsehen bezahlen werden, vor allem für Premiumangebote.
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