München - Sein Handicap liegt bei ausbaufähigen 39. Dabei hat Peter Rogg immer Phasen im Leben, in denen er zum Golfschläger greift. Aber das letzte Quäntchen Ehrgeiz fehlt ihm. Es sei ihm ein Rätsel, wie andere Spitzenmanager ein einstelliges Handicap hinbekommen, sagt der 53-Jährige. Bewusst sucht er im Sport den Ausgleich für das, was sein Beruf ihm abverlangt. Sein Beruf sind Projekte in aller Welt.
Rogg ist Interimsmanager, also ein Zeitarbeiter unter den CIOs. Da gibt es immer wieder einmal einen Monat Pause, in der sich am Abschlag feilen lässt. Aber weil Rogg erfolgreich ist, reihen sich die Projekte aneinander. Das schlaucht. "Von 120 Prozent auf null und wieder auf 120 - das ist schon extrem", sagt er.
Die Flaute lässt grübeln
Der Franke hat es nicht bereut, dass er im Sommer 2003 seine Festanstellung als CIO bei einem Solartechnologiehersteller aufgab. "Ich habe nie gezweifelt", sagt Rogg. Gut zu sein und immer an sich zu glauben, das ist die oberste Maxime beim Abenteuer Interimsmanagement.
Und doch verhehlt Rogg nicht, dass ihn die Wirtschaftskrise ins Grübeln bringt. Die Flaute trifft auch seine Branche. "Die Unsicherheiten über die tatsächlichen Auswirkungen der Krise haben zur Folge, dass viele Projekte auf dem Prüfstand sind", sagt Daniela Zimmer, Managerin beim Interimsanagement-Anbieter Resources Global Professionals. Allerdings holten viele Unternehmen gerade jetzt lieber Know-how von außen.
Die DDIM bereitet derzeit eine umfassende Studie zur aktuellen Marktlage vor. Momentan liegen lediglich Daten aus dem Jahr 2007 vor. Damals bezifferte der Verband die Zahl der Interimsmanager im Lande auf etwa 3500. Mittlerweile dürfte es deutlich mehr Führungskräfte auf Zeit geben und das Marktvolumen auf knapp 800 Millionen Euro angestiegen sein, schätzt Christophers.
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