Von Frank Patalong
Yahoo gilt seit Aufkauf der Overture-Technik als das Web-Unternehmen, das die tiefsten, weitestreichenden Analysen über das Verhalten von Nutzern erstellen kann. Sein Fokus reicht weiter als der Blick des auf wenige Anwendungen beschränkten Gegners Google. Yahoo betreibt eine Unzahl von Seiten, von Mail-Diensten und tatsächlich genutzten Messenger-Diensten über Flickr bis hin zum Social-Bookmarking-Dienst deli.cio.us. Yahoos Werbebannerrotation läuft wie seine Nutzerdatenerfassung über ein Portfolio von Web-Seiten, von deren thematischer Bandbreite Google bisher nur träumen kann.
Google mag wissen, was Otto Normal-Surfer im Web wirklich sucht. Yahoo weiß in vielen Fällen, was er dann dort macht.
Davon hat Microsoft, das bisher mit all seinen Versuchen, zum Web-Unternehmen zu werden, kläglich scheiterte, verhältnismäßig wenig Ahnung. Für die Netz-Community ist Microsoft ein Ausrüster, mit dessen Produkten man die Angebote anderer Firmen nutzt. Jetzt hat sich Microsoft ins Kielwasser einer der ältesten, größten Web-Marken gesetzt: Was es da erfahren und lernen kann, ist es Microsoft offenbar wert, die Zeche zu zahlen. Es geht um Reichweite und Umsatz, vor allem aber um Durchblick.
Wie immer war es am Ende der gemeinsamen Pressekonferenz von Yahoo und Microsoft, auf der der Deal offiziell gemacht wurde, Microsoft-Chef Steve Ballmer, der nicht nur salbungsvolle Worte, sondern Tacheles redete: "Je mehr Suchanfragen man abwickelt, desto mehr lernt man darüber, was Konsumenten anklicken", sagte Ballmer: "Größe schafft Wissen."
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