Von Parissa Haghirian, Tokio
Spät aber doch, hat der Ökoboom auch Japan erfasst. Zwar gibt es in Japan keine ausgeprägte Ökobewegung wie in Europa, doch der weltweite Trend führte auch hier zu einer Einstellungsänderung. Japanische Konsumenten kaufen nun vermehrt energiesparende und umweltschonende Produkte. Auch hier spielen Marken eine wichtige Rolle. Besonders beliebt sind Luxusprodukte mit einem Öko-Touch. Hochwertige Markenprodukte, die gleichzeitig die Umwelt schonen, boomen.
Führend im Ökoluxus ist Toyota
, das mit seinem Kultwagen Lexus, schon in den USA Umweltschutz und Luxus erfolgreich miteinander verband. Auch Sekisui House, spezialisiert auf den Bau von Familienhäusern, profitiert vom neuen Trend und verbindet sehr erfolgreich luxuriöses Wohnen mit einem energiesparenden Haus.
Was können wir von den Japanern lernen?
Im Gegensatz zur westlichen Konkurrenz entwickeln japanische Unternehmen ihre Marketingstrategien sehr viel schneller. Versuch und Irrtum heißt die Devise. Oft wird neuen Ideen keine Marktforschung vorangestellt, neue Werbe- oder Produktideen kommen direkt auf den Markt. Im Mittelpunkt japanischer Marketingstrategien stehen immer Konsumentenbedürfnisse, weniger die Einstellung oder Tradition des Unternehmens. Was der Konsument möchte, bekommt er, selbst wenn das bedeutet, dass das Unternehmen sich in neue Bereiche vorwagt, neue Medien einsetzt oder andere Industrien streift. Nur so kann der verwöhnte Konsument langfristig an Produkt und Marke gebunden werden.
Ideen werden mit einem Augenzwinkern auf den Markt gebracht. Sie sollen unterhalten und das Interesse an Produkt und Marke vertiefen oder erneuern. Eventuelle Misserfolge unter Neuprodukten oder Kampagnen werden schnell wieder vom Markt genommen und durch neue Ideen ersetzt. Die Angst vor Misserfolgen gibt es im japanischen Marketing nicht. Und das ist wohl die wichtigste Lektion, die man von japanischen Marketingstrategen lernen kann. Zuviel Vorsicht, Angst vor Veränderung oder langwierige Marktforschung führen in Europa oft dazu, dass Chancen verpasst werden.
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