Von Alexandra Knape
Hamburg - "Verlage werden nicht umhinkommen, auf die Krise zu reagieren", sagt Barbara Hendricks, ihres Zeichens Schatzmeisterin der SPD und damit Generaltreuhänderin und Gesellschafterin der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG). Die SPD-Medienholding hat zur Bilanzpressekonferenz nach Hamburg geladen.
Etwa 15,5 Millionen Euro Überschuss nach Steuern hat das Unternehmen im vergangenen Jahr erwirtschaftet. 8,1 Millionen Euro nach Steuern sollen in diesem Jahr an die Partei fließen. Im vergangenen Jahr waren es bei einem Überschuss von 17,2 Millionen Euro noch 11,4 Millionen Euro, die die SPD erhielt.
"Wir sind mit der Geschäftsentwicklung sehr zufrieden", unterstreicht Gerd Walter, Geschäftsführer der DDVG. Besonders, da sich die wirtschaftliche Lage für Medien in der zweiten Jahreshälfte 2008 alles andere als rosig darstellte.
Die DDVG verfügt über ein weitverzeigtes Mediengeflecht. Unter anderem ist sie mit etwa 23,1 Prozent an der Verlagsgruppe Madsack beteiligt, die zahlreiche Tageszeitungen in ihrem Portfolio hat wie beispielsweise die "Hannoversche Allgemeine", das "Göttinger Tageblatt" und neuerdings auch die "Ostsee-Zeitung" sowie Beteiligungen an den "Lübecker Nachrichten" und "Flensburger Nachrichten". An der "Frankfurter Rundschau" hält die DDVG 40 Prozent, an der Zeitschrift "Ökotest" circa 64,1 Prozent und an dem Kinder- und Lernsoftwareverlag Tivola 51,32 Prozent.
Für das laufende Geschäftsjahr schließt Walter nicht aus, die Beteiligung an "Ökotest" zu erhöhen, während der Anteil an der "Frankfurter Rundschau" (FR) nicht verändert werden soll. Mit einer Rettungsaktion hatte die DDVG im Jahr 2004 die "FR" vor dem Bankrott bewahrt und später die Mehrheit an den Verlag DuMont Schauberg veräußert, der vor kurzem die "Berliner Zeitung" und "Hamburger Morgenpost" übernommen hat.
"Wir sehen große Chancen im lokalen Markt", ergänzt Geschäftsführungsmitglied Matthias Linnekugel. Das gelte auch für Onlineangebote. Überregionale Internetnachrichten seien durch SPIEGEL ONLINE abgedeckt, Potenzial böte die lokale und regionale Berichterstattung. Die Abonnementzeitungen hätten hier im Onlinemarkt lediglich einen Anteil von 2,24 Prozent. Jedoch dürfe man nicht zu lange warten, sonst verpasse man die Chancen.
Naturgemäß glaubt die DDVG an die Existenzberechtigung der lokalen Tageszeitungen. Jedoch sollten die Blätter verstärkt tiefer gehende Berichte und Analysen bieten, um sich für die Zukunft zu wappnen. Dazu gehörten auch Kooperationen über Verlagsgrenzen hinweg in allen nicht kartellamtsrelevanten Bereichen. Es gelte den Qualitätsjournalismus zu sichern, was aber nicht von Artikeltausch, gemeinsamen Vertrieb oder Druck abhalten müsse. Die Unternehmen müssten sich von Verlagen zu Medienhäusern wandeln - mit Print-, Online- und Serviceangeboten.
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