Mittwoch, 8. Februar 2012, 05:28 Uhr

manager magazin



17.06.2009
 

Datenschutz

Streit um Google Street View beigelegt

Der Streit um mangelnden Datenschutz bei dem neuen Google-Online-Dienst "Street View" in Deutschland ist beigelegt. Google wird den Umgang mit Aufnahmen von Personen nach dem Filmen von Straßenzügen verändern - zum Beispiel werden Aufnahmen von Personen, die zeitig Widerspruch einlegen, unkenntlich gemacht.

Hamburg - Der kalifornische Internetkonzern habe die an ihn gestellten Forderungen akzeptiert, teilte der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Mittwoch mit.

Google is watching you: Ein Wagen mit Spezialkameras sammelt Daten für den Onlinedienst "Street View"
DDP

Google is watching you: Ein Wagen mit Spezialkameras sammelt Daten für den Onlinedienst "Street View"

Google Chart zeigen wird den Umgang mit Aufnahmen von Personen und personenbezogenen Daten nach dem Filmen von Straßenzügen für "Street View" in wichtigen Punkten verändern. Einem Start des neuen Dienstes in Deutschland noch in diesem Jahr stehe nun nichts mehr im Wege, erklärte Google-Deutschland-Sprecher Kay Oberbeck.

Der Internet-Konzern wird künftig bei allen Aufnahmen von Personen, Grundstücken oder Autos, gegen die Widerspruch eingelegt wird, in einer bestimmten Frist auch die Rohdaten unkenntlich machen.

Der Konzern werde über einen Link im Internet eine einfache Widerspruchsmöglichkeit anbieten. Die Datenschützer haben zudem durchgesetzt, dass Betroffene auch schon vor der Veröffentlichung der Bilder Widerspruch einlegen können.

Einigung auch in anderen Ländern

Ende vergangener Woche war Google bereits den Forderungen europäischer Datenschützer entgegengekommen: Das Unternehmen will künftig in Europa öffentlich die Routen der Kamera-Autos ankündigen, bevor sie in einer Gegend ihren Einsatz beginnen.

Zuvor hatte es zahlreiche Proteste von Einzelpersonen, Städten und Gemeinden gegeben, die sich gegen die Ablichtung ganzer Straßenzüge zur Wehr setzten. Politiker hatten die Sicherheit besonders zu schützender Personen bedroht gesehen und forderten ein Verbot der Kamerafahrten.

"Google hat rechtzeitig die Gelegenheit genutzt und ist auf unseren Kompromissvorschlag in allen Punkten eingegangen", sagte Caspar. Die erzielte Einigung gehe zum Teil deutlich über das hinaus, was Google europäischen Datenschützern zugestehe, sagte der bundesweit für Googles "Street View" zuständige Datenschützer. So habe Google das Löschen oder Unkenntlichmachen von Rohdaten bislang nur in Deutschland zugesichert.

Für "Street View" schickt der Suchmaschinen-Spezialist seit einiger Zeit mit 360-Grad-Kameras ausgestattete Autos durch die Lande. Mit den aufgenommenen Bildern will Google seinen Karten- Dienst "Maps" erweitern, so dass der Nutzer am Computer-Bildschirm realitätsnahe "Kamerafahrten" durch die Straßen einer Stadt unternehmen kann. Gesichter und Kfz-Schilder werden mit Hilfe einer Software automatisch unkenntlich gemacht.

Bislang hatten sich Datenschützer mit Google nicht darauf einigen können, dass auch die aufgenommenen Rohdaten gelöscht werden. Google hatte argumentiert, diese Aufnahmen zu brauchen, um die Software zur Unkenntlichmachung etwa von Gesichtern noch verbessern zu können.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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