Nicht erst seit Apples iPhone dürfen Handys schick sein. Mit der Markteinführung des Prada Phones Anfang 2007 machte etwa die Gattung der aufgehübschten Design-Handys als Ergebnis der Zusammenarbeit von Herstellern und Modelabels schon vorher auf sich aufmerksam. Doch das Touchscreen des Prada-Telefons beachtete fast niemand - anders als beim kurze Zeit später eingeführten Geniestreich aus Kalifornien mit dem Apfellogo.
Mittlerweile ist das Handy mehr Statussymbol denn je und nicht selten verbirgt sich unter der Hülle eines Design-Handys handelsübliche Ware - ausgenommen bei den sündhaft teuren Geräten.
Dass Designer oder Modefirmen gemeinsam mit den Produzenten von Mobiltelefonen Geräte exklusiv von Grund auf entwickeln sei "eher selten", sagt Markus Eckstein, Redakteur der Zeitschrift "Connect".
Beispiel Boss: Hinter dem Hugo Boss Mobile Phone verberge sich ein gängiges Samsung SGH-F480 in neuem Gewand, sagt er. Auch die Marke des Designers Armani holte Samsung für eine solche Kooperation ins Boot. Was als Design-Handy auf dem Markt komme, sei meistens ein Gerät aus dem Portfolio der Hersteller, nur mit neuem Markenlogo, dem sogenannten Co-Branding: Neue Schale, anderes Logo, aufgefrischtes Menü-Design, andere Verpackung und vielleicht noch neue Klingeltöne. "Das ist gängige Marketingpraxis und nichts Besonderes mehr", sagt Eckstein.
Auch beim ersten Prada-Handy war das nicht anders. Es wurde in der Normalausführung bereits zuvor als KE850 des Herstellers LG in den Handel geschickt. Auf fruchtbare Kooperation setzen etwa auch Sagem und Porsche Design. Sharp brachte 2007 ein Modell namens 770SH McLaren Mercedes, Alcatel eines zusammen mit der italienischen Taschenmarke Mandarina Duck auf den Markt. Auch die Designer oder Modelabels Dolce&Gabbana, Giambattista Valli, Dior, Versace und Escada machten schon Ausflüge in die Mobilfunkwelt.
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