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manager magazin



12.06.2009
 

Marketingtrends

Ins Licht gerückt

Von Kai Braue und Marçel Robbers

5. Teil: Bei der Diba zum Kaffee

Nur die Einrichtung in den Firmenfarben deutet auf die Diba hin. Es geht darum, eine angenehme und vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Kunden wohlfühlen. Die Gäste trinken ihren Caffè Latte, es gibt eine Kinderecke, die dafür sorgt, dass die Eltern sich entspannt mit den Beratern unterhalten können, und im Raum steht, fast unbemerkt, auch ein Geldautomat.

Ausgebildete Bankberater bedienen an der Theke, verkaufen die Kaffee- und Snackspezialitäten und beraten bei Bedarf. Die Aufsteller auf der Theke enthalten nicht die Getränkekarte, sondern die Finanzangebote der Bank. Wartezeiten verkürzt man sich mit einem Kaffee - so erhöht sich die Verweildauer in den Räumen und der Kontakt mit der Marke. So möchte man hierzulande auch gern seine Bankgeschäfte erledigen.

Ein anderes Beispiel: Der weltweit erfolgreiche Kugelgrillhersteller Weber betreibt ein Restaurant für Grillgerichte. Dort werden auf den Kugelgrills von Weber die Speisen zubereitet, und die Gäste können direkt probieren, wie es schmeckt. Ob diese Ansätze in Deutschland auch funktionieren? An abenteuerliche Brand-Streching-Experimente wie den Reispudding oder die Babynahrung des Ketchup- und Grillsaucenherstellers Heinz, Seven-Up als Zitrusmarinade, Kekse von Barilla und Dr. Pepper Grillsauce mit Brausegeschmack müssen sich die Konsumenten vielleicht erst noch gewöhnen.

5. Reduce to the Max - Nur wer flüstert, wird gehört

Immer und überall erreichbar, rund um die Uhr, an fast jedem Ort der Welt: Der Segen der neuen Technik wird von manchen schon als Fluch empfunden. Zu viele Informationen und Reize überfluten uns. Der Wunsch nach konsequenter visueller Ruhe und Einfachheit nimmt zu. Eine überschaubare Welt gibt Sicherheit, wenn immer neue Eindrücke auf uns einstürmen.

Eine australische Studie belegte vor Kurzem, dass 63 Prozent der befragten Personen sich von Informationen erdrückt fühlen und über 40 Prozent sich heutzutage nicht mehr als drei Telefonnummern merken können. Dieser Trend befriedigt die Sehnsucht der Konsumenten nach visueller Ruhe und Einfachheit in einer sich immer schneller drehenden und visuell überladenen Welt.

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