Freitag, 10. Februar 2012, 04:00 Uhr

manager magazin



12.06.2009
 

Marketingtrends

Ins Licht gerückt

Von Kai Braue und Marçel Robbers

3. Teil: Apple und die Jugend

Eine Boutique für T-Shirts mutet an wie ein Feinkostgeschäft. Die T-Shirts hängen als Würste von der Decke wie in einer Schlachterei. Alltagsprodukte erscheinen in verfremdeten Verpackungen und Zusammenhängen ("Show it differently"). Der Trend "Strange Products" von 2005 hat sich zur außergewöhnlichen Produktpräsentation gewandelt. Das auf immer neue Weise in Szene gesetzte Produkt weckt dadurch wieder Interesse.

Der Trend "Brand Mystique" spielt damit, dass man auf den ersten Blick nicht erkennt, um welches Produkt es sich handelt. Die Inszenierung - dies kann das Shopping-Erlebnis und auch die Verpackung sein - wird wichtiger für das Markenerlebnis als das eigentliche Produkt. Es entstehen Einkaufsbereiche, die zum Entdecken, Erforschen und Erleben einladen. Die Marke entwickelt sich zur Erlebniswelt und wird durch die Inszenierung aufgeladen wie in der Nike Town. Dort findet sich das Logo als ständig wiederkehrendes Element des Treppengeländers oder als Schriftzug an der Rolltreppe.

Der Apple Store ist sozialer Treffpunkt der markenbeseelten jungen Menschen. Hier trifft man Gleichgesinnte und Freunde, hat seinen Spaß. American Girls Place suggeriert den jungen Mädchen und ihren Müttern, dass sie sich selbst entdecken, wenn sie hier einkaufen. Geheimnisvolle und mysteriöse Ladenbereiche appellieren an die Neugier und Abenteuerlust, erst auf den zweiten Blick treten die Produkte in Erscheinung.

"Size Matters" löst durch überdimensionale Modelle oder detailgetreue Miniaturen Verblüffung und Erstaunen aus. Ein riesiges iPhone, Miniaturmodelle eines Zeltes oder Schlafsacks - diese Veränderungen der Dimension irritieren den Betrachter und bewegen ihn dazu, stehen zu bleiben.

Alle diese Trends reißen den Verbraucher durch Überraschungsmomente und ungewöhnliche Produktdarstellung aus seiner Lethargie und machen aufmerksam. Der Trend "Shop in Shelf" oder "Das Regal regiert" aus dem Jahr 2005 hat an Bedeutung verloren zugunsten einer veränderten Produktpräsentation und umfassenderen Inszenierung der Produkte.

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