Ursache für die langsame Verwirklichung von Mobile Payment ist laut Pousttchi die Komplexität der Technik. Sie werde immer noch unterschätzt. Schwierig sei allein schon das Geschäftsmodell: Wie kann man mit M-Payment Geld verdienen? Und wie wird die Sicherheit garantiert? Welches Verfahren ist das beste und wer wird es einführen? Von den wenigen Anbietern mobiler Bezahlverfahren gaben zwei Anfang dieses Jahres auf: Crandy - eine Wortschöpfung aus Credit und Handy - sowie Luupay. Dieses Unternehmen machten das Versenden von Geld zwischen Privatleuten möglich.
"In drei Jahren wird es keine neuen Handys mehr ohne NFC geben", erwartet Pousttchi. "Was Mobile Payment im Nahbereich angeht, ist NFC die Zukunft." Mit einem NFC-Handy von Nokia beispielsweise konnten Kunden des Rhein-Main-Verkehrsverbundes in einem Pilotprojekt durch das Berühren eines an der Haltestelle angebrachten Funkchips Informationen abrufen und Fahrkarten kaufen.
Wie lange es noch dauert, bis sich Mobile Payment durchsetzt, hänge vom Verhalten der Beteiligten ab, sagt Key Pousttchi. Nach wie vor sei es möglich "mit einem wirklich guten Verfahren den Markt zügig aufzurollen". Wenn das aber nicht geschehe, könnten amerikanische Konzerne das Rennen gewinnen, so wie es auch bei der Kreditkarte gewesen sei. In den Niederlanden jedenfalls habe jeder zweite Kunde angegeben, für ein Handy mit Mobile-Payment-Funktion den Netzanbieter zu wechseln. Eigentlich ein unschlagbares Argument im heiß umkämpften Mobilmarkt.
Susanne Ehlerding, ddp
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