Von Matthias Kremp
Einige Eigenschaften von Bing versprechen zudem die Möglichkeit, umfangreiche Suchergebnisse schnell eingrenzen zu können. Sucht man etwa nach einem bestimmten Flug, kann man in einer Seitenleiste Tag und Uhrzeit der Reise definieren oder die Suche auf bestimmte Fluggesellschaften eingrenzen. Eine "Quick Tabs" genannte Funktion stellt außerdem zusätzliche Suchergebnisse dar, die zu den eingegebenen Suchbegriffen passen könnten. Sucht man nach "München", könnten das beispielsweise "Wetter", Biergärten", "Hotels" oder "Karten" sein.
Bis es so weit ist, dass sich all diese Möglichkeiten tatsächlich nutzen lassen, wird man in Deutschland freilich noch eine Weile warten müssen. Die Freigabe der Beta-Version für die Öffentlichkeit am kommenden Mittwoch jedenfalls wird nur einen kleinen Teil dessen preisgeben, was Bing tatsächlich zu leisten in der Lage ist.
Eben deshalb wird Bing hierzulande auch von einer deutlich bescheideneren Werbekampagne als in den USA begleitet werden. Insgesamt, so wird gemunkelt, wird der Konzern bis zu 100 Millionen Dollar in die Einführung seiner Entscheidungsmaschine investieren. In Deutschland werde es zum Launch zwar "eine ordentliche Kampagne" geben, so Ritz, deren Intensität wird sich aber an der Fortentwicklung der deutschen Version von Bing orientieren.
Hektisch scheint man das Thema Suchmaschine bei Microsoft
aber ohnehin nicht angehen zu wollen. "Für uns ist das ein Langfristmarathon" erklärt Managerin Ritz. Microsoft meine es zwar sehr ernst mit Bing, sagt sie noch. Überstürzen will das Unternehmen aber offenbar nichts. So soll auch die Vermarktung der Suchmaschine von Yahoo übernommen werden, wie es schon mit anderen Microsoft-Webangeboten geschieht.
Langfristig könnte diese Strategie Microsofts Fußabdruck im Suchmaschinenmarkt tatsächlich vertiefen. Bing ist, ebenso wie Wolfram Alpha, zwar alles andere als ein Google-Killer, könnte aber, wenn es die Versprechen einlöst, eine ernstzunehmende Alternative werden, zumindest wenn es um typische Alltagsfragen geht. Vielleicht wird dann aus dem Bing-Ding so eine Art Wolfram Alpha für Verbraucherfragen.
Nächste Woche wissen wir mehr, wenn Bing seinen Dienst aufnimmt - und sei es nur als Beta-Version.
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