Hamburg - Die Umsätze der fünfzig größten Medienkonzerne der Welt verharrten im Geschäftsjahr 2008 fast auf dem Vorjahresniveau. Die Unternehmen setzten zusammen 362,03 Milliarden Euro um nach 360,88 Milliarden Euro im Jahr 2007. Zu diesem Ergebnis kommt die am Dienstag vom Berliner Institut für Medien- und Kommunikationspolitik vorgelegte Rangliste der weltweit führenden Medienkonzerne.
Das US-Unternehmen Time Warner
Seinen Spitzenplatz im Ranking der weltgrößten Medienunternehmen wird Time Warner nach Einschätzung des Berliner Instituts in Zukunft verlieren, da der Konzern grundlegend umstrukturiert werde. Das Unternehmen trennte sich im März 2009 von seiner Kabelnetzsparte, die im vergangenen Jahr noch gut 17 Milliarden US-Dollar Umsatz erzielte. Auch eine Ausgliederung von AOL stehe derzeit zur Diskussion.
Die derzeitige Krise ist nach Angaben von Institutsdirektor Lutz Hachmeister "keine normale Konjunkturkrise", die nur mit dem Sparkurs der Werbewirtschaft oder der Konsumzurückhaltung zu erklären wäre. "Vielmehr kommen der technologische Wandel, die ökonomischen Umwälzungen und eine Identitätskrise zusammen", sagt Hachmeister. "Die Identitätskrise erschüttert das Selbstverständnis der Medienkonzerne und zwingt sie mehr und mehr zurück in die Produzentenrolle."
Bertelsmann belegte als der größte europäische Medienkonzern mit 16,1 Milliarden Euro Umsatz Rang sieben. Im Vorjahr lag der Gütersloher Konzern noch auf Rang sechs. Im Ranking finden sich noch fünf weitere deutsche Medienunternehmen. Auf Platz 17 liegt die ARD, der größte öffentlich-rechtliche Medienverbund der Welt. Sie nimmt aus Gebühren und Werbung 6,1 Milliarden Euro ein und liegt damit in diesem Jahr vor der BBC.
Einen Platz in der Rangliste haben ferner die ProSiebenSat.1
(Rang 39), Axel Springer
(Rang 44), die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck (Rang 48) und die Hubert Burda Media Holding (Rang 50).
manager-magazin.de mit Material von dpa
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