Donnerstag, 9. Februar 2012, 21:33 Uhr

manager magazin



15.05.2009
 

"Was würde Google tun?"

Das Google-Mobil als erstes Mitmach-Auto

Die Autohersteller gehören zu den größten Verlierern der Wirtschaftskrise. Dabei könnte es so einfach sein, den Pkw-Absatz anzukurbeln: Hören Sie auf die Ideen Ihrer Kunden! manager-magazin.de präsentiert Auszüge aus Jeff Jarvis' Buch "Was würde Google tun?".

Vor einiger Zeit saß ich mit Autoherstellern zusammen und machte einen Vorschlag, der wahrscheinlich klang wie Blasphemie: Ich forderte sie auf, die Entwicklungsabteilung zu öffnen und sowohl transparent als auch kooperativ zu gestalten.

Auf die Ideen der Kunden zu hören ist nicht gerade eine Stärke US-amerikanischer Automobilfirmen. Wenn es eine wäre, hätte ich schon vor Jahren zu der Heerschar von Leuten gehört, die gern bereit waren, ihnen zu empfehlen, man möge bitte 39 Cent für einen Anschluss an Autoradios investieren, wo wir unsere iPods anschließen können.

Jedes Mal, wenn ich versuche, im Auto Podcasts zu hören, und dafür verschiedene Tricks anwenden muss - FM-Transmitter, die schon bei der geringsten Abweichung nichts mehr übertragen, irgendwelche Kassettenrecorder (wenn man so etwas überhaupt noch hat), die scheppern und nicht richtig funktionieren -, verfluche ich die Autohersteller und ihre Zulieferer. Lassen Sie uns doch wenigstens beim Design der Radios, die Sie einbauen, behilflich sein, legte ich ihnen eindringlich nahe.

Jeff Jarvis: "Was würde Google tun? Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert."; Heyne Verlag, April 2009, 416 Seiten, 19,95 Euro.
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Meine Bitte war ein Sakrileg, denn die US-amerikanische Automobilindustrie machte von jeher ein Geheimnis um ihr Produktdesign. Entwickeln, um zu überraschen, so glauben sie, ist eine Spezialität des Hauses. Neue Modelle werden verhüllt wie Geheimwaffen, und man treibt ein Katz-und-Auto-Spiel mit Fotografen, die versuchen, ein Geheimnis zu lüften. Von wirklichen Autofanatikern einmal abgesehen, interessiert das noch irgendeinen von uns? Die gespannte Erwartung auf die neuen Modelle des Jahres - wie auf die neue Staffel einer Fernsehserie - ist längst vorbei. Autos haben keine Saison mehr.

Sie bleiben immer gleich, Jahr für Jahr. Mittlerweile sehen auch alle gleich aus. Und nur selten rufen sie Begeisterung hervor. Wie könnte ein Automobilhersteller mit seinen Produkten und seinem Markennamen wieder Wohlwollen hervorrufen - wie könnte er ein wenig geliebt werden? Indem er die Kunden einbezieht, so behaupte ich - indem er Autos baut, die die Kunden wollen, weil man ihnen die Chance gegeben hat, ihre Wünsche zu äußern.

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