Banking ist das ultimative Vermittlergeschäft: Geld und Kapitalbedarf zusammenbringen und von der Verbindung profitieren. In kleinerem Rahmen - denn klein bedeutet neuerdings groß - umgeht das Internet die Branche bereits und stellt direkte Verbindungen her.
Nehmen Sie nur "Peer-to-Peer Lending", gegenseitige Kreditvergabe. Seit 2008 haben bei Prosper.com 750 000 Mitglieder über 150 Millionen Dollar an Krediten von manchmal nur 50 Dollar gewährt oder in Anspruch genommen, um alles Mögliche damit zu finanzieren, etwa eine neue Geschäftsidee zu verwirklichen, Studiengebühren zu bezahlen oder den Saldo der Kreditkarte auszugleichen.
Jeff Jarvis: "Was würde Google tun? Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert."; Heyne Verlag, April 2009, 416 Seiten, 19,95 Euro.
Buch bestellen
Dann gab es da noch eine Studentin, die Hilfe brauchte, um ihr letztes Jahr auf dem College finanzieren zu können. "Ich gehe noch zur Schule und habe trotzdem schon einen Vollzeitjob. Im Moment liegt mein Notendurchschnitt bei 3,9. Ich will meinen Abschluss in Rechnungswesen und Finanzbuchhaltung machen, und deshalb weiß ich, wie wichtig es ist, dass man seine Rechnungen pünktlich bezahlt, um kreditwürdig zu sein." Okay, sie hat mich verladen.
Prosper empfiehlt den Usern, Darlehen zu streuen, für den Fall, dass einige platzen (und beauftragt ein Inkassobüro). Trotz recht hoher Zinsen kann man so nicht reich werden oder eine neue Bank of America aufbauen. Aber es ist faszinierend und macht Spaß. Prosper macht aus der unpersönlichsten Branche, die es gibt, eine Reality-Show aus dem echten Leben, aus Träumen, mit Gewinnern und Verlierern.
© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH