02.04.2009
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Gruner + Jahr

Im Sog der Krise

Von Alexandra Knape

Das Verlagshaus Gruner + Jahr leidet unter der Anzeigenkrise. Der Umsatz des Jahres 2008 bricht um 15 Prozent ein, der Gewinn schrumpft ebenfalls. Nun will der Verlag mehr als zehn Millionen Euro sparen. Dazu gehört, dass der komplette Vorstand der Bertelsmann-Tochter auf Bonuszahlungen und Tantiemen verzichtet.

Hamburg - Bernd Buchholz könnte Bergsteiger sein. "Wir mussten einige Sicherheitshaken einschlagen", erzählt er. Und dennoch musste zum Jahresende ein ordentliches Stück Seil nachgegeben werden, um wohlbehalten das Zwischenbiwak errichten zu können.

Gruner + Jahr: Umsatz und Gewinn sind 2008 deutlich gesunken
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DPA

Gruner + Jahr: Umsatz und Gewinn sind 2008 deutlich gesunken

Buchholz ist Vorstandsvorsitzender von Europas größtem Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (G+J). Der langjährige Deutschland-Chef, der erst seit Anfang des Jahres das Hamburger Verlagshaus führt, blickt auf ein turbulentes Jahr 2008 zurück. Wetterkapriolen und Bergstürze sind da nur allzu gern genommene Metaphern. Natürlich hätte er sich zu seinem Start als CEO ein ruhigeres Umfeld gewünscht, meint der Manager.

Während sich die Vertriebserlöse im vergangenen Jahr als weitgehend stabil erwiesen, machen G+J seit der zweiten Jahreshälfte 2008 massive Anzeigenrückgänge zu schaffen. Der Konzernumsatz ging im Jahresvergleich um 2,2 Prozent auf 2,77 Milliarden Euro zurück. Das operative Ergebnis vor Steuern sank um 15 Prozent von 264 auf 225 Millionen Euro. Der Überschuss schrumpfte von 226 Millionen Euro im Jahr 2007 auf 88 Millionen Euro. Die Umsatzrendite lag bei 8,1 Prozent.

"Okay ist nicht gut genug"

"Das Ergebnis ist vor dem Hintergrund der Krise okay. Damit sage ich aber auch: Für das größte europäische Zeitschriftenverlagshaus ist okay langfristig nicht gut genug", so Buchholz. Das Unternehmen, das auch an der SPIEGEL-Gruppe beteiligt ist, gehört zu 74,9 Prozent Bertelsmann und zu 25,1 Prozent der Hamburger Verlegerfamilie Jahr.

Nicht nur in Deutschland leidet G+J unter der Wirtschaftskrise. Desaströs verlief das Geschäft in Spanien, berichtet Vorstandskollege Torsten-Jörn Klein. Dort sei der Verlag von der Krise des Automarkts eingeholt worden. Österreich sei gut, ebenso das Geschäft in Osteuropa. Als vielversprechend erweise sich die Entwicklung in China, auch wenn dort erste Anzeichen der Krise zu spüren seien. Potenzial sieht der Manager noch in Südostasien.

In den vergangenen Monaten hat der Verlag weltweit mit der Einstellung verschiedener Magazine wie "Park Avenue", "Viva" in Deutschland und "Gala" in den Niederlanden auf die Anzeigenkrise reagiert. Spektakulär war die Entscheidung, die Redaktionen der Wirtschaftspresse hierzulande zusammenzulegen. Vor den versammelten Journalisten verteidigt Buchholz noch einmal den Schritt.

"Wir mussten verhindern, dass die Wirtschaftstitel selbst Geschichte werden. Wir brauchten eine kreative Lösung, eine neue Route." Seitdem bedient eine Zentralredaktion in Hamburg Titel wie die "Financial Times Deutschland", "Capital" und "Impulse".

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