31.03.2009
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Spionageangriff

Ghostnet zieht sich zurück

2. Teil: Einbruch durch altbekannte Sicherheitslücke

Eine Sprecherin des Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte: "Der Fall bestätigt unsere bisherige Einschätzung." Solange die Untersuchung aus Toronto nicht im Detail bekannt sei, könnten keine konkreten Angaben gemacht werden. Das für die Frage zuständige Auswärtige Amt wollte sich zu der Studie nicht äußern.

Nach einer Publikation des Verfassungsschutzes von Ende 2008 zum Thema Spionage ist auch Deutschland "bedeutendes Aufklärungsziel" für die "Nachrichtendienste einer Reihe von Staaten" - wegen seiner wichtigen Rolle in EU und Nato, aber auch aufgrund seiner geopolitischen Lage. "Hauptträger der Spionageaktivitäten seien derzeit die Russische Föderation und die Volksrepublik China", heißt es darin. Eine zunehmende Bedeutung gewännen dabei "internetbasierte Angriffe auf Computersysteme" auch von Regierungsstellen.

"Ghostnet" arbeitet nach Erkenntnissen der kanadischen Forscher vor allem über Rechner in China. Belege für eine Beteiligung der chinesischen Regierung fanden die Forscher jedoch nicht.

Nach Einschätzung des IT-Sicherheitsexperten Christoph Fischer haben die noch unbekannten Computerspione nicht einmal ausgeklügelte Werkzeuge benutzt. "Das ist Technik auf dem Stand von vor zehn Jahren", sagte Fischer. Das Abgreifen von Tastatureingaben und Ausspähen durch die PC- Videokamera seien altbekannte Tricks. Vermutlich seien die Angreifer durch eine Schwachstelle des Dokumentenformats PDF in die fremden Rechner eingedrungen, sagte Fischer. Diese Lücke sei besonders anfällig, wenn auf dem Rechner die Scriptsprache Javascript für die Darstellung in einem Web-Browser aktiviert sei.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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