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manager magazin



13.03.2009
 

20 Jahre WWW

Vom Mininetz zum Weltgeflecht

Unscheinbar kam es daher, das Netz, das die Welt heute scheinbar zusammenhält. Vor 20 Jahren schuf der Brite Tim Berners-Lee die Grundlagen für das World Wide Web - und stieß mit seiner Idee bei seinen Vorgesetzten zunächst auf Widerstand.

Genf - Als Tim Berners-Lee vor 20 Jahren sein Thesenpapier "Informationsmanagement: Ein Vorschlag" schrieb, konnte er nicht ahnen, dass sein Entwurf später mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg verglichen werden sollte.

Der britische Informatiker arbeitete damals am Cern, der Großforschungseinrichtung für Teilchenphysik in Genf. Um das Informationschaos an dem Institut zumindest in Grenzen zu halten, wollte Berners-Lee ein umfassendes Informationsnetz einrichten. Doch seine Vorgesetzten konnten sich zunächst nicht für die Ideen des jungen Briten begeistern. "Vage, aber hochinteressant", schrieb sein Chef Mike Sendall auf das Papier, das heute im Cern in einer Glasvitrine quasi als die Geburtsurkunde des World Wide Web ausgestellt wird. Es sollte noch etliche Jahre dauern, bis sich Berners-Lees Thesen weltweit durchsetzten.

Der damals 33 Jahre alte Brite war 1984 in die Schweiz gekommen, um neue Methoden für die Aufzeichnung und Verarbeitung eines neuen Elektronenbeschleunigers zu entwickeln. An dem Institut waren die unterschiedlichsten Computertypen und Dokumentenformate im Einsatz. Mit einem 1988 konzipierten Hypertext-System sollten die Forscher weltweit auf die Ergebnisse ihrer Kollegen zugreifen können.

Doch ohne einen ordentlichen Projektantrag wurden ihm keine Ressourcen für die Ausarbeitung dieses Konzeptes zur Verfügung gestellt. So formulierte Berners-Lee im März 1989 sein Papier, das jedoch mit dem eigentlichen Forschungsauftrag des Cern, der Teilchenphysik, nichts zu tun hatte. "Es gab kein Forum, von dem ich eine Antwort erwarten konnte. Nichts geschah", erinnert sich der Informatiker 1999 in seinem Buch "Der Web-Report".

In mühsamer Kleinarbeit versuchte er dann mit seinem Kollegen Robert Cailliau, die Forscher am Cern und Informatiker in aller Welt in persönlichen Gesprächen und langen E-Mails von dem Webkonzept zu überzeugen.

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