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03.03.2009
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Asus-COO Chen

"Wir wollen bewundert werden"

Von Claus G. Schmalholz

3. Teil: "Integration heute getrennter Geräte"

mm.de: Wie sieht die Zukunft elektronischer Kommunikation aus? Welche Produkte wird Asus künftig anbieten?

Chen: Herkömmliche PCs sind inzwischen völlig ausgereifte Produkte. Die Kunden nutzen aber oft nur einen Bruchteil der Möglichkeiten, die in ihrem Computer stecken. In Zukunft geht es darum, Computer zu entwickeln, die noch besser auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen abgestimmt sind. Wir werden Produkte entwickeln, die für bestimmte Anwendungen gerade genug Rechenleistung und Kapazität bieten, zum Beispiel einen kleinen Computer, den man nur in der Küche benutzt. Wir werden auch versuchen, die Zeit zu verkürzen, in der wir neue Produkte auf den Markt bringen.

Bei einem Notebook dauert es heute zum Beispiel rund ein Jahr von der Entwicklung bis zur Markteinführung. Die Zukunft liegt in der weiteren Integration heute getrennter Geräte in einem einzigen Gerät, das dann aber unseren Anspruch des easy to use erfüllen muss. Wir haben zum Beispiel in Taiwan schon den EeeTV auf den Markt gebracht, einen Fernseher mit integriertem Computer. Der EeeTV ist so einfach bedienbar wie ein herkömmlicher Fernseher, bietet aber mit einem USB- und einem Netzwerkanschluss die Funktionsvielfalt eines modernen Computers. Ob dieses Gerät auch in Deutschland auf den Markt kommen wird, steht noch nicht fest.

mm.de: Durch die Globalisierung und die Möglichkeiten moderner Kommunikationsmittel arbeiten die Menschen verschiedenster Nationen heutzutage immer enger zusammen. Gibt es demzufolge auch ein globales Verständnis von einfacher Bedienung und gutem Design, an dem Sie sich bei der Entwicklung neuer Geräte orientieren können?

Chen: Die Geräte passend für die jeweiligen Märkte zu entwickeln ist tatsächlich einer der größten Herausforderungen für uns. Ich gebe Ihnen ein Beispiel: Wenn wir ein Notebook entwickeln, müssen wir uns sehr genau überlegen, wie groß das Display sein soll. In Europa bevorzugen die Kunden einen Bildschirm mit einer Diagonale von mindestens 14 Zoll (circa 36 Zentimeter), in Asien lässt sich so ein Computer nicht verkaufen, weil die Menschen dort kleinere Bildschirme bevorzugen. Kleingewachsene Menschen mögen offenbar auch kleinere Bildschirme.

In Japan etwa müssen die Notebook-Tastaturen so klein wie möglich sein. In Europa dagegen, vor allem in Frankreich, muss die Shift-Taste auf der Tastatur möglichst groß sein und die Tastatur muss auf jeden Fall einen eigenen Nummernblock enthalten. Es ist also sehr wichtig für uns, zu wissen, welche Vorlieben die Menschen in den jeweiligen Märkten haben. Wie die Bezeichnung PC schon sagt, ist jeder Computer ein Personal Computer, er muss die individuellen Wünsche des Kunden möglichst gut erfüllen.

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