mm.de: Herr Chen, welche Neuheiten wird Asus auf der Cebit zeigen?
Chen: Auf der Cebit werden wir die nächste Generation der EeePC zeigen, die mit stromsparenden SSD-Speichern und Touchpads ausgestattet sind. Wir werden auch das EeeKeyboard zeigen, den ersten Computer, der vollständig in eine Tastatur integriert ist und voraussichtlich im Mai in Deutschland auf den Markt kommen wird. Außerdem ist das bereits verfügbare erste Mininotebook zu sehen, beim dem der Displaydeckel, die Handballenablage und das Touchpad aus Bambusholz bestehen.
mm.de: Mit dem EeePC hat Asus es geschafft, eine neue Gerätegeneration der so genannten Netbooks zu etablieren. Hat dieser Erfolg Sie selbst überrascht?
Chen: Die Geräte der Eee-PC-Serie waren ursprünglich für den Massenmarkt in Schwellenländern gedacht. Dass sie dann zum Zweit-Laptop und Lifestyle-Produkt avancierten haben wir in der Tat nicht vorhergesehen. Mittlerweile haben wir fünf Millionen EeePC verkauft, die meisten davon in Westeuropa.
mm.de: Asus ist in Deutschland bislang nur Insidern bekannt gewesen, etwa als Marktführer für Mainboards und Grafikkarten. Warum hat es ausgerechnet Asus geschafft, eine der wenigen echten Geräte-Innovationen der letzten Jahre zu entwickeln?
Chen: Nun, wir sind ein durch und durch Ingenieur-getriebenes Unternehmen, auch im Topmanagement. Weil auch unser Unternehmenschef ein Ingenieur ist, ist es einfacher für jeden Techniker in unserem Unternehmen, eine gute Idee, einen technischen Traum zu verwirklichen. Wir haben zum Beispiel auch als einer der ersten Anbieter Notebooks mit integrierten Webcams auf den Markt gebracht. Wir versuchen aber auch Innovationen in der Ausstattung und im Design zu liefern, etwa mit Gehäusen aus Bambusholz. Das ist technisch weit anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint.
Ein Beispiel: Ich bin gerade in Moskau, wo Außentemperaturen von minus 25 Grad herrschen. Wenn man hier ein Notebook mit Bambusholz in einem Lkw transportiert und der Kunde es dann zuhause auspackt, ist das ein Temperaturunterschied von bis zu 50 Grad. Die Geräte so zu gestalten, dass sie auch unter solchen Bedingungen funktionieren ist eine der größten Herausforderungen bei der Produktentwicklung.
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