Von Riem Sarsam
Doch damit war nur ein Teil der Aufgabe gelöst. Denn die Leistungsoptimierung war ja parallel zur Vorbereitung auf einen wichtigen SAP-Rollout angelaufen. "Jetzt wollten wir auch die Sicherheit haben, für den bevorstehenden Go-Live unseres größten Standortes nicht sofort wieder in eine vergleichbare Situation zu geraten", sagt Trautmann.
Doch wie konnte Schüco die Leistung eines Systems messen, das es noch nicht gab? Erst einmal laufen lassen, den Ärger der Anwender riskieren und im laufenden Betrieb nachbessern? Eine durchaus übliche Methode, für CIO Trautmann jedoch keine Option. Er bestand darauf, dass vom ersten Tag an alles reibungslos zu funktionieren hatte.
Mit VMS diskutierte er ein Verfahren, um die aktuelle Performance für eine zu erwartende Systemauslastung hochzurechnen. Dies geschah im Oktober 2007, also knapp drei Monate vor dem geplanten Start, als die Zielhardware für den Produktivstart im Januar 2008 installiert war. Es wurden Nutzerprofile definiert, Lastprofile in Schulungssystemen vermessen, und schließlich erstellte VMS eine Prognose, wie sich die SAP-Landschaft quantitativ und qualitativ verändern würde.
Unter anderem zeigte sich, dass die Datenbank (DB2 von IBM) zwar vor dem nächsten Rollout ihre Leistung lieferte, aber bei entsprechend mehr Last schlechte Antwortzeiten produzieren würde. Ein Spezialist des Herstellers musste her und das System entsprechend parametrisieren. Auch hier Verwunderung, dass Schüco ein doch (aktuell) gut laufendes System schon tunen wollte.
Mitte Dezember war es so weit: Nach Softwareoptimierungen, Parametrisierung und Datenbank-Tuning hatten Trautmann und sein Team die Voraussetzungen dafür geschaffen, mit einem sicheren Gefühl dem Go-Live entgegenzugehen. Berechtigterweise. Nicht ohne Stolz berichtete der CIO anschließend: "Das System skaliert hervorragend. Wir hatten seither keine Performanceprobleme in unserem SAP-System , und das, obwohl die Systemlast, bedingt durch unseren Geschäftsverlauf, sehr hohe Peaks generiert."
Selbst Monate nach Abschluss des Projekts ist die Begeisterung spürbar. Nicht nur in Bezug auf ein funktionierendes SAP-System. "Als einen wesentlichen Erfolg sehe ich, dass wir mittlerweile in unserer gesamten IT-Mannschaft ein fundiertes Know-how und Bewusstsein für Perfomance geschaffen haben", sagt der CIO. "Kurzfristige Verschlechterungen der Performance nach der Installation unseres letzten Schüco-Optimierungsreleases konnten wir ohne externe Hilfe kurzfristig lokalisieren und beheben."
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