Berlin - Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ("Die Zeit", "Der Tagesspiegel") stellt das Onlinenachrichtenportal Zoomer.de Ende Februar nach einem Jahr ein. Als Grund nannte das Unternehmen am Montag die schwierige Lage der Medien in Deutschland.
Der Druck auf die Anzeigenmärkte stelle auf absehbare Zeit die ökonomischen Erfolgsaussichten des Projekts in Frage. Das Portal war 2008 gestartet worden, um jüngere Leser zu erreichen. Dabei werden die Nutzer in die Themenauswahl des Portals einbezogen.
Seit Anfang Januar werde über einen Sozialplan für die gesamte Redaktion verhandelt, die derzeit rund 30 Festangestellte umfasst, teilte der Chefredakteur von Zoomer.de, Frank Syré, mit.
Die geplante Integration von Zoomer.de in die Onlineportale der "Zeit" und des "Tagesspiegels" werde nicht mehr angestrebt, hieß es weiter. "Bei der aktuellen Medienkrise, die sich wahrscheinlich im Jahr 2009 verschärfen wird, war ein ökonomischer Durchbruch einfach nicht mehr darstellbar", sagte Geschäftsführer Peter Neumann.
Die hohen Marketingkosten seien für die Einführung einer neuen Marke im Internet erheblich. "Ein neues Portal, das ohne Marke und ohne externe Unterstützung startet, kann nicht schon nach acht Monaten auf eigenen Füßen stehen und völlig ohne Marketing erfolgreich sein", sagte Neumann dem Branchendienst Kress.de.
In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Chefredakteur Syré im März auf die neu geschaffene Position des stellvertretenden Chefredakteurs von Bild.de wechselt. Herausgeber von Zoomer.de ist der frühere Fernsehmoderator Ulrich Wickert.
manager-magazin.de mit Material von dpa
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