Donnerstag, 23. Februar 2012, 06:13 Uhr

manager magazin



07.02.2009
 

IT-Sicherheit

Bundeswehr baut Cyberwar-Einheit

Was klingt wie im Videospiel soll bei der Bundeswehr Realität werden: Die Regierung will sich mit einer Cyberwar-Truppe vor Angriffen im Internet schützen. Um fremde Netzwerke zu manipulieren und zu zerstören, werden eigens Soldaten rekrutiert.

Hamburg - Die Bundeswehr will sich nach Informationen des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL mit einer neuen Einheit für mögliche Internetkonflikte wappnen. Bei der im Aufbau befindlichen "Abteilung Informations- und Computernetzwerkoperationen" arbeiten derzeit 76 Mitarbeiter, wie das Magazin am Samstag vorab berichtete. Die in der Tomburg-Kaserne in Rheinbach nahe Bonn stationierte Einheit unter dem Kommando von Brigadegeneral Friedrich Wilhelm Kriesel soll bis zum kommenden Jahr voll einsatzfähig sein.

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Die Soldaten, die sich den Angaben zufolge vor allem aus den Fachbereichen für Informatik an den Bundeswehruniversitäten rekrutieren, beschäftigen sich mit Methoden, in fremde Netzwerke einzudringen, sie auszukundschaften, sie zu manipulieren oder zu zerstören - digitale Angriffe auf fremde Server und Netze inklusive.

Parallel investiert die Bundesregierung weithin unbemerkt in die Verbesserung der eigenen IT-Sicherheit. Nach massiven Angriffswellen mit Schadprogrammen auf Bundesministerien und das Bundeskanzleramt im Frühjahr und Sommer 2007, die Ermittler auf Server in der chinesischen Provinz Lanzhou zurückführten, soll das Bonner Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) laut dem Magazin zu einer Cyberverteidigungsagentur für die Behörden aufgewertet werden. Bereits Mitte Januar verabschiedete das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf zur "Stärkung der Informationssicherheit des Bundes".

Danach erhält das BSI mehr Geld, Personal und deutlich erweiterte Befugnisse. So soll es künftig die Datenströme der Behörden automatisiert überwachen und ihnen konkrete IT-Sicherheits-Vorgaben machen – bislang dürfen die Bonner Sicherheitsexperten nur Empfehlungen aussprechen. Bereits Anfang März soll der Bundestag über das Gesetz beraten. Die "besondere Eilbedürftigkeit" ergebe sich aus der "notwendigen Absicherung der Regierungskommunikation", heißt es in der Begründung.

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