Von Andrea König
Managementfähigkeiten werden immer gefragter, weiß Morello. Bis 2010 übernehmen sechs von zehn IT-Fachkräften auch betriebswirtschaftliche Aufgaben. Gartner sagt außerdem voraus, dass in den kommenden zwei Jahren 10 bis 15 Prozent der IT-Fachkräfte ihren Job verlassen werden. Teils, weil ihre Aufgaben automatisiert werden oder weil sie an ihrer Tätigkeit das Interesse verlieren.
"Die Hot Jobs 2010 sind die Jobs, in denen Voraussetzungen geschaffen werden: Unternehmensarchitekten, System-Analysten und Projektmanager", sagt David Foote, Chef der IT-Beratung Foote Partners. "Wenn ich IT-Experte wäre, würde ich mich für einen dieser Jobs entscheiden. Viele können das allerdings gar nicht, weil sie solche Technokraten sind."
"Die betriebswirtschaftliche Seite wird wichtiger als die technologische", weiß Kate Kaiser, Professorin an der Marquette Universität in Milwaukee. 2005 führte sie mit 104 CIOs eine Studie durch und bestimmte, welche Fähigkeiten man für den Job braucht.
IT-Fachkräfte, die auch nach 2010 Erfolg haben werden, verfügen auch über betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Falls nicht, werden auch sie Jobs finden - in Nischen.
Morello, Foote und Kaiser geben im Folgenden einige Tipps für die Jobausrichtung:
Unternehmensbereich
Durch Fusionen und Ankäufe werden Firmen immer größer. Aber es braucht mehr als technische Integration, wenn zwei Firmen erfolgreich fusionieren sollen. Während Firmen die technischen Aspekte beherrschen, sind sie "miserabel darin, Kulturen zusammenzuführen", sagt Foote. Zukünftige Schlüsselrollen sagt er Unternehmensarchitekten voraus, die in den Bereichen Technologie, Sicherheit und Daten tätig sind.
Firmen wie Microsoft und IBM rekrutieren schon jetzt Unternehmensarchitekten. "Sie sagen, dass sie untergehen, wenn ihre Architektur einen bestimmten Level nicht erreicht", so Foote.
Gartner fragte bei Hunderten von CIOs nach, wo sie die Wachstumsmärkte sehen. "Das Ergebnis war einstimmig: Prozess- und Beziehungsmanagement wurden am höchsten eingestuft", sagt Morello.
Dass die unternehmerische Seite als immer wichtiger eingestuft wird, liegt auch am Outsourcing. Wenn Firmen mit Drittanbietern zusammenarbeiten, müssen sie in Mitarbeiter investieren, die den Kontakt pflegen.
© manager magazin Online 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH