Von Andrea König
München - Schon 2010 könnte es so weit sein, dass die am heftigsten umworbenen ITler gar nicht diejenigen mit den besten Technikkenntnissen sind. Die Programmierer und Support-Mitarbeiter werden dann nämlich weg sein, weil ihre Jobs ausgelagert wurden. Was die IT-Abteilungen dann brauchen, sind Generalisten.
Sie sollten sowohl die technische als auch die unternehmerische Seite verstehen. Menschen, die IT-Pläne entwerfen und gleichzeitig umsetzen können. Und zwar so, dass die Firma davon profitiert. Zudem sollen Arbeitnehmer innerhalb der Firma und mit Kunden Kontakte pflegen können. Zu diesem Ergebnis kommen eine Gartner-Analystin, ein Berater und eine Professorin bei einer Befragung des IT-Magazins Computerworld.com.
Dass der ITler der Zukunft diese Fähigkeiten mitbringen sollte, darin sind sich drei Forschungsgruppen einig. Aber aus welchem Grund braucht man bald nur noch Generalisten? Das liegt unter anderem an Veränderungen im Konsumentenverhalten, einem Anstieg von Firmenfusionen, Outsourcing, der Verbreitung mobiler Anwendungen und der Zunahme gespeicherter Daten.
Hinzu kommt: Viele der 2010 besonders gefragten Fähigkeiten erwirbt man abseits der IT. Dazu zählen beispielsweise gestalterisches Talent, exzellentes mathematisches Verständnis oder die Gabe zum Sprechen vor Publikum. Fähigkeiten, die IT-Mitarbeiter heute nicht automatisch mitbringen.
Gartner-Analystin Diane Morello beschreibt die ideale Belegschaft in ihrer Studie "IT Professional Outlook" als "nach außen fokussiertes und unternehmensorientiertes Kompetenzzentrum". Kollegen werden noch stärker als heute geografisch getrennt sein. Deshalb sollten sie lernen, im Team zu arbeiten. Auch mit Menschen, die sie vorher noch nicht kannten. Erfahrungen im Projektmanagement und in der Entwicklung neuer Applikationen werden 2010 unverzichtbar sein, glaubt Morello. Das gilt für Dienstleister ebenso wie für Softwareentwickler und IT-Unternehmen.
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