Fasel konnte die Skepsis des vorwiegend älteren Publikums mühelos untermauern. Die Wissenschaft habe herausgefunden, dass etwas eben nicht auf der Höhe der Zeit sei, nur weil es auf Englisch ausgesprochen werde, sagt er. Das eigentliche Problem sei, dass in der deutschen Bevölkerung gar nicht so gut Englisch gesprochen werde wie gemeinhin angenommen, erklärte Fasel.
Nur maximal 20 Prozent der Deutschen können demnach so gut Englisch, dass sie Werbesprüche wie "Fly Euro Shuttle" (Air Berlin) oder "Feel the Difference" (Ford) richtig übersetzen. Der Rest macht daraus "Schüttel den Euro zum Fliegen" oder "Ziehe die Differenz ab".
Dass die derart gescholtene Werbewirtschaft in Person von Volker Nickel ganz andere Argumente vorbrachte, verwunderte nicht. "Die englischen Sprachkenntnisse werden in Zukunft zunehmen", erklärte der Sprecher des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft.
Solle man denn Begriffe wie "Toaster" oder "Cool" künftig nicht mehr benutzten dürfen, gab Nickel zu bedenken. Im Fall von McDonald's habe der zunächst nur für Deutschland kreierte Werbespruch "Ich liebe es" in die jeweiligen Landessprachen übersetzt gar einen Siegeszug um die ganze Welt angetreten.
Und überhaupt: Nur in 6 Prozent der Werbung würden englische Begriffe verwendet, sagte Nickel. Dass in der Gesetzgebung eine nahezu babylonische Sprachverwirrung herrsche, sei doch wohl viel schlimmer, als ab und an ein englischer Spruch in der Werbung.
Stefan Lange, ap
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