Reich wurde der Erfinder nicht
Die erste öffentliche Demonstration des Elektroingenieurs Engelbart vom 9. Dezember 1968, die noch heute in Videos im Netz zu sehen ist, gilt in der Computerbranche inzwischen als legendär:
Engelbart ging es darum, Lösungen zu finden, um die immer komplexeren Probleme der Menschen mithilfe von Computern zu lösen. Der leidenschaftliche Forscher präsentierte sein im Auftrag der NASA entwickeltes "Zeigegerät", mit dem man einen Punkt auf einem Bildschirm in alle Richtungen bewegen konnte. Eine ebenfalls vorgeführte zweite Erfindung hatte allerdings keine Freunde gefunden: eine Fünf-Tasten-Tastatur, mit der der Nutzer Befehlszeilen in den Rechner eingeben konnte. Die Maus hatte sich als eine der besten Lösungen erwiesen.
Rund anderthalb Jahre vor der Vorstellung in San Francisco hatte Engelbart seine Erfindung zum Patent angemeldet, das ihm im November 1970 erteilt wird. Unter der Patentnummer 3,541,541 wird eine "X-Y- Positionsanzeigesteuerung für die Bewegung per Hand über eine beliebige Oberfläche zur Verschiebung eines Positionsanzeigers auf dem Bildschirm" registriert.
Reich wurde der Erfinder nicht mit seiner Maus, dafür lief das Patent zu früh aus. Doch das sei auch nie ein Ziel für ihn gewesen, sagte der heute 82-Jährige einmal der "San Jose Mercury News". "Wenn das ein Nebenprodukt gewesen wäre, wäre es natürlich nett gewesen". Am heutigen Dienstag ehrt das Silicon Valley den Computerpionier Douglas C. Engelbart mit einem Empfang.
Renate Grimming, dpa
© manager magazin online 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH