Von Andreas Schaffry
Gute Performance beschleunigt Prozesse
Und genau deshalb könnte sich Google künftig als Anbieter von On-Demand-Lösungen positionieren. Zum einen ist bei webbasierten Anwendungen die Performance ein zentraler Aspekt. Je schneller sich die Anwendungen aufrufen lassen, desto zügiger lassen sich auch Geschäftsprozesse, etwa mit Kunden und Partnern abwickeln. Darüber hinaus steigt die Zufriedenheit der Anwender.
| SaaS-Entwicklung in Deutschland (Volumen in Millionen Euro) |
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| 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | |
| ERP | 9,5 | 22,4 | 48,3 | 108,5 |
| CRM | 42,7 | 60,4 | 77,0 | 106,7 |
| sonstige | 218,3 | 262,1 | 322,3 | 361,8 |
| Gesamt | 270,5 | 344,9 | 447,6 | 577,0 |
| Quelle: Experton Group | ||||
Und hier hat Google Chrome gute Karten. Der Browser ist mit der Javascript-Engine V8 ausgestattet und schneidet in Benchmark-Tests mit dem IE sowie Firefox hervorragend ab. Chrome arbeitet zudem mit eigenen Prozessen für jede Registerkarte und jedes Fenster. Dadurch ist das Programm sehr stabil. Stürzt eine Anwendung ab, reißt das nicht gleich den ganzen Browser mit.
Zum anderen lassen sich die Google-eigenen On-Demand-Anwendungen mit dem Browser verknüpfen und als Paket vermarkten. Speziell für Unternehmen bietet Google derzeit mit der Google Apps Professional Edition ein Komplettpaket.
Dieses kombiniert Anwendungen für E-Mail, Kalender und Instant-Messaging mit einem Bürosoftwarepaket für die Textverarbeitung sowie Tabellenkalkulation. Kunden wie beispielsweise das Beratungsunternehmen Capgemini, der Mischkonzern General Electric sowie der Kosmetikhersteller L'Oreal nutzen das Komplettpaket.
Zukäufe planen
Darüber hinaus könnte Google durch Zukäufe von Unternehmen wie Zoho oder Socialtext seine Palette an Software-Produkten erheblich erweitern. Zoho beispielsweise bietet neben webbasierten E-Mail-, Kalender- oder Office-Anwendungen mit seiner Business Suite eine webbasierte und modular aufgebaute Geschäftslösung.
Die Software umfasst unter anderem Lösungen für das Kundenbindungsmanagement, Projektmanagement, elektronische Rechnungs- und Zahlungsvorgänge sowie den Aufbau von Unternehmenswikis und richtet sich an kleine, mittlere und große Unternehmen.
ERP on Demand von Google
Seit Juli 2008 setzt beispielsweise der Schweizer Telekommunikationsanbieter Swisscom die Business Suite ein. In einem Pilotprojekt stellt der Konzern über das Geschäftskundenportal Teamnet seinen 300 Kunden die Anwendungen zur Verfügung – von der einfachen Applikation zur Unterstützung der Zusammenarbeit bis hin zur CRM-Lösung.
Mit der auf Web-2.0-Technologien basierenden Software von Socialtext wiederum lassen sich Unternehmenswikis aufbauen und betreiben. Zu den Kunden gehören unter anderem Nokia, die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) sowie Kraft Foods und Ikea.
Im Rahmen einer langfristigen Strategie könnte sich Google dadurch künftig als Anbieter von On-Demand-Software im ERP- und CRM-Bereich positionieren. Dadurch würden insbesondere kleinere von ERP- und CRM- Anbieter ins Visier von Google geraten und zu Übernahmekandidaten werden. Zudem träte der Suchmaschinenanbieter damit in direkte Konkurrenz zu Anbietern von Unternehmens-Software, wie etwa SAP oder Oracle
oder Sage.
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