Von Andreas Schaffry
München - Am 2. September brachte Google
die Betaversion seines eigenen Internetzugangsprogramms namens Google Chrome auf den Markt. Damit betritt der Suchmaschinen-Anbieter den hart umkämpften Markt für Programme zur Navigation im Internet.
Diesen Markt beherrscht derzeit noch Microsofts Internet Explorer (IE) mit einem Marktanteil von rund 70 Prozent, gefolgt von der Open-Source-Anwendung Firefox mit rund 20 Prozent. Zum einen will Google mit Chrome die Vormachtstellung des IE brechen und konkurriert gleichzeitig mit Firefox, dessen Entwicklung der Konzern immerhin mit rund 60 Millionen Dollar pro Jahr unterstützt.
Integrationsplattform für webbasierte Anwendungen
Doch es geht um weit mehr als einen "Browserkrieg", denn Google will Fuß im Softwaremarkt der Zukunft fassen. Laut einer Einschätzung der auf Dokumenten- und Content-Management spezialisierten Hamburger Unternehmensberatung Project Consult ist Chrome "die neue Speerspitze für das SaaS-Angebot von Google. Es geht nicht nur um die Vorherrschaft des Browsers, sondern auch um den Wettstreit zwischen lokal installierten Geschäftsanwendungen und über das Web als Software as a Service (SaaS) angebotene Software." Laurent Lachal, Analyst bei der Beraterfirma Ovum, sieht den Browser als Integrations-Plattform für unterschiedlichste Google-Anwendungen.
Mit Google Chrome als Plattform können Nutzer bei Bedarf nicht nur E-Mail- sowie Office-Programme über das Internet aufrufen und nutzen, sondern auch ERP- oder CRM-Anwendungen. Gartner Analyst Ray Valdes bewertet Google Chrome deshalb als strategisches Element im Technologieportfolio des Konzerns.
Der SaaS-Markt lockt
Die Nutzung von Geschäfts-Software im SaaS-Modell erfreut sich insbesondere im Mittelstand immer größerer Beliebtheit. Laut Untersuchungen der Marktforscher Experton Group und von IDC soll der SaaS-Markt in den nächsten Jahren stark wachsen. Technisch gesehen wird Geschäfts-Software dabei zentral in einem Rechenzentrum betrieben sowie gewartet und Kunden zur Verfügung gestellt.
Neben dem SaaS-Pionier Salesforce.com, der seine Kundenbindungssoftware auf diese Weise bereits seit Jahren erfolgreich vermarktet, haben inzwischen auch Anbieter wie Microsoft
oder SAP
entsprechende On-Demand-Angebote auf den Markt gebracht. Zumindest SAP hat damit bisher nur mäßigen Erfolg, denn Business ByDesign kämpft mit erheblichen Performance-Problemen.
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