03.11.2008
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Corporate Videoblogs

Die Angst vor der Kamera

Von Nils Jacobsen

3. Teil: Web 2.0 mit Sicherheitsweste

Web 2.0 mit Sicherheitsweste

Warum der Konzern überhaupt den Weg der Videoblogs eingeschlagen hat, erklärt Telekom-Sprecher Michael Schlechtriem, der sich für die Planung und Umsetzung der Kampagne verantwortlich zeichnet: "Das Format ist lebendig, wenig aufwendig und ermöglicht es, Botschaften authentischer und persönlicher zu vermitteln als mit rein textlicher Kommunikation".

PR-Blogger Eck: "Viele große Unternehmen haben negative Erfahrungen mit Business-TV gemacht"
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PR-Blogger Eck: "Viele große Unternehmen haben negative Erfahrungen mit Business-TV gemacht"

Allerdings sieht gleichberechtigte Kommunikation anders aus. Die Möglichkeit zur Interaktion, dem Kernmerkmal des Web 2.0, fehlt nämlich. "Eine schöne Idee, doch fehlt der Telekom der Mut, auch Leserkommentare auf die Beiträge zuzulassen", sagt Jan Kurschewitz, Geschäftsführer der Internetagentur Aysberg.

PR-Blogger Klaus Eck, federführend bei dem gleichnamigen Onlinetagebuch, sieht das ähnlich: "In seinen Beiträgen redet Obermann in eher werblichen Videobeiträgen über Dinge, die sich in seinem Konzern verändern. Nur leider erhalten die Kunden keinerlei Möglichkeit, auf die blogähnlichen Texte und Videos in Kommentaren zu reagieren", bemängelt der Kommunikationsexperte. "Wenn man das ganze Konzept viel stärker mit der Person Obermann verbunden hätte, wäre das Konzept wesentlich glaubwürdiger", erklärt Eck. Mit dieser Art der Kommunikation riskiere die Telekom nichts und leite somit auch keinen positiven Imagewandel ein.

Immerhin: Damit steht die Telekom nicht allein dar. Noch immer halten sich die Dax-Konzerne bei ihrer Web-2.0-affinen Kommunikation nach außen vornehm zurück. "In der Vergangenheit haben viele große Unternehmen negative Erfahrungen mit dem Business-TV gemacht. Oftmals erwiesen sich die Experimente um die Jahrtausendwende als sehr aufwendig und teuer", sagt Eck. Die Unternehmenskommunikation vergleiche Videoblogs noch immer viel zu sehr mit dem bisherigen Internet-TV. "Dabei sieht sie nicht, dass sich die Art und Weise, wie die Bewegtbilder heute gemacht werden, gewandelt hat."

Dabei könnte es laut Eck so einfach sein: "Die Zuschauer erwarten gar nicht unbedingt lange und hochwertige Imagefilme, wie sie oft von Unternehmen ins Web gestellt werden, sondern Videobeiträge von wenigen Minuten, in denen man die Mitarbeiter eines Unternehmens kennenlernen und Vertrauen fassen kann." Dazu seien am besten kurze Interviewformate oder Wortbeiträge geeignet.

Und doch gibt es für Eck positive Ausnahmen: "BMW hat einige sehr gute Videoblogs ins Netz gestellt und dabei sehr viel Experimentierfreude bewiesen", lobt er. Schaler Beigeschmack dabei allerdings: Die Videoversuche des bayerischen Automobilherstellers sind über ein Jahr alt.

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