29.10.2008
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50 Jahre Computerspiele

Am Anfang war ein grüner Punkt

Von Konrad Lischka

3. Teil: Der wahre Vater des Videospiels

Der wahre Vater des Videospiels

Higinbothams Erfindung sollte die Unzulässigkeit dieses Patents belegen. Nintendos Argumentation: Es habe schon lange vor der Magnavox-Spielkonsole Videospiele gegeben. Da sich Nintendo und Magnavox außergerichtlich einigten, wurde Higinbotham nie als Vater des Videospiels anerkannt.

Doch damals erinnerte sich David Ahl, Herausgeber von "Creative Computing" an eine Partie Tennis for Two, die er 1958 als Stipendiat beim Tag der offenen Tür am BNL gespielt hatte. Ahl rief Higinbotham zum Erfinder des Computerspiels aus.

Inzwischen hat sich diese Einschätzung als Konsens durchgesetzt. Es gab zwar schon vor 1958 Erfindungen, die durchaus als Gaming-Vorläufer gelten können. Zum Beispiel das von den US-Physikern Thomas Goldsmith und Estle Mann patentierte "Kathodenröhren-Unterhaltungsgerät", das man an Fernseher anschließen sollte, aber erst mithilfe von Aufklebfolien (die eine vollständige Grafik ersetzten) als Spiel nutzen konnte.

Auch der 1951 in London vorgestellte Computer Nimrod, der als Gegner im Spiel Nim gegen seine Benutzer antrat. Allerdings mussten die Spieler bei Nimrod die Züge des Computers anhand eines Codierbuchs an der Leucht-Reihenfolge einiger Lämpchen ablesen.

William Higinbotham hat es 1958 geschafft, ein dank Bildschirm und einfacher Steuerung intuitiv verständliches Spiel zu konstruieren - in wenigen Wochen. Als der heutige Messtechnik-Chef am BNL Peter Takacs nun zum 50. Jubiläum Tennis for Two nachbaute, dauerte das wesentlich länger, wie er in einem Video des Forschungszentrum berichtet: "Wir mussten das schaffen. Das hat einmal einer geschafft, also können wir das auch konstruieren."

Drei Mannmonate hat es 2008 gekostet, Tennis for Two nachzubauen. Für das Original brauchten Higinbotham und Dvorvak wenige Wochen.

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